06.12.2006 07:38 |

Putsch

Ausnahmezustand auf Fidschi verhängt

Einen Tag nach dem Militärputsch im Pazifikstaat Fidschi haben die Streitkräfte am Mittwoch den Ausnahmezustand verhängt. Bewaffnete Soldaten errichteten Kontrollpunkte um die Hauptstadt Suva. Zudem wurden potenzielle Gegner der neuen Regierung festgenommen. Der Parlamentspräsident, der amtierende Polizeichef und andere Menschen wurden in Kasernen der Hauptstadt Suva interniert.

Der gestürzte Regierungschef Laisenia Qarase verließ per Flugzeug die Hauptstadt, in der es nach Angaben des deutschen Honorarkonsuls am Mittwoch zunächst ruhig blieb.

"Banken und Geschäfte sind offen, die Leute gehen ihren normalen Beschäftigungen nach", sagte David Aidney. Dies sei der vierte Coup seit 1987. "Die Leute kennen das, es ist nicht mehr sehr aufregend", sagte er.

Ein Putsch folgt dem nächsten
Armee-Chef Frank Bainimarama hatte sich am Dienstag an Stelle von Präsident Ratu Josefa Iloilo zum Staatsoberhaupt erklärt und Ministerpräsident Qarase abgesetzt. Er begründete die Machtübernahme unter anderem damit, dass Qarase nicht hart genug gegen die Verantwortlichen des vorherigen Putsches vorgegangen sei. Zum Übergangs-Ministerpräsidenten bis zu Neuwahlen machte der Armee-Chef den ehemaligen Militärarzt Jona Senilagakali Baravilala. Andere Ministerposten wurden an Offiziere vergeben.

Weltweite Empörung über Militärputsch
Der Militärputsch auf den Fidschi-Inseln stieß international auf scharfe Ablehnung. UNO-Generalsekretär Annan verurteilte die Machtübernahme durch Armee-Chef Bainimarama am Dienstag. Die USA setzte Hilfszahlungen in Höhe von 2,5 Millionen Dollar an den im Pazifik liegenden Inselstaat aus. Großbritannien stoppte seine Militärhilfen, Australien und Neuseeland kündigten Sanktionen an. Die finnische EU-Ratspräsidentschaft drückte ihre Ablehnung gegen "Aktionen, die den demokratischen Prozess in Fidschi unterlaufen" aus.