09.08.2017 19:15 |

Geständnis in Haft

Hamburger Messer-Terror: Täter plante Lkw-Attentat

Der Messerangreifer von Hamburg hat Berichten zufolge auch ein Attentat mit einem Lastwagen nach dem Vorbild des Berliner Weihnachtsmarktanschlags in Betracht gezogen. In einem umfangreichen Geständnis habe der 26-jährige Ahmad A. ausgesagt, er habe bei der Tat "möglichst viele Christen und Jugendliche" töten wollen, berichteten deutsche Medien am Mittwoch.

Der 26-Jährige habe als "Märtyrer" sterben wollen und bedauere, dass er nicht mehr Menschen töten habe können, so die "Süddeutsche Zeitung" sowie der Nord- und der Westdeutsche Rundfunk. Zunächst habe er erwogen, mit einem Lastwagen oder Auto anzugreifen, dann habe er sich spontan für ein Messer als Waffe entschieden. Der Palästinenser hatte am 28. Juli in einem Supermarkt das Messer aus einer Auslage genommen, einen Mann getötet und sieben weitere Menschen verletzt.

Seit drei Jahren IS-Anhänger
Den Berichten zufolge will sich A. seit 2014 mit der radikalen Ideologie der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat beschäftigt haben. Von einem tatsächlichen Kontakt zum IS sei den Ermittlern aber nichts bekannt. In A.s Spind in einem Flüchtlingsheim im Norden Hamburgs fanden Ermittler demnach zwar einen Stoffwimpel mit dem IS-Logo, in der Haft habe A. jedoch erklärt, dass er die Tat nicht im Namen des IS begangen habe.

Video: Messerattentäter von Passanten gestoppt

Auslöser der Bluttat soll das Freitagsgebet in einer nahen Moschee gewesen sein. Das Gotteshaus nahe dem Supermarkt habe er kurz vor seiner Tat aufgesucht. Der Imam dort habe in seiner Predigt vom Tempelberg in Jerusalem gesprochen, sich aber nicht extremistisch geäußert oder Gewalt befürwortet. Auch für Kontakte von A. in die salafistische Szene gebe es keine Hinweise, hieß es in den Berichten.

Als "psychisch labiler Islamist" bekannt
A. sitzt in Hamburg in Untersuchungshaft. Er war den Sicherheitsbehörden im Vorfeld seiner tödlichen Bluttat als Islamist bekannt. Nach Behördenangaben gab es Hinweise auf eine Radikalisierung des ausreisepflichtigen Manns, weshalb Polizei und Verfassungsschutz mit ihm in Kontakt standen. Zudem war er demnach als "psychisch labil" eingestuft.

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