03.08.2017 22:24 |

Mit SMS bombardiert

20-Jährige trieb Freund in Suizid: 2,5 Jahre Haft

Ein US-Gericht hat eine junge Frau am Donnerstag zu einer Haftstrafe verurteilt, weil sie ihren Freund in den Suizid getrieben haben soll. Wegen ihrer Rolle beim Freitod des 18-jährigen Freundes muss die Angeklagte Michelle Carter für 15 Monate hinter Gitter, weitere 15 Monate Haft wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von mindestens sieben Jahren Haft gefordert. Sie hatte Carter vorgeworfen, ihren Freund in den Tod getrieben zu haben, um Mitleid und Aufmerksamkeit zu bekommen.

In dem Verfahren, das in den USA großes Aufsehen erregte, wurden Hunderte SMS-Nachrichten zwischen dem einstigen Paar ausgewertet. Darin bedrängte Carter ihren unter Depressionen leidenden Freund, seine Suizidgedanken in die Tat umzusetzen. Der junge Mann starb im Juli 2014 in seinem Auto an einer absichtlich herbeigeführten Abgasvergiftung. Carter war damals 17 Jahre alt.

"Eiskalte Geltungssucht"
Die Staatsanwältin hatte der jungen Frau "eiskalte Geltungssucht" vorgeworfen. Carter habe ihren Freund in einer "vorsätzlichen und gut geplanten Kampagne" zum Freitod ermuntert. "Ihr Handeln hat ihn das Leben gekostet. Sie hat sein Leben beendet, um ihr eigenes aufzuwerten", sagte die Staatsanwältin. Zudem zeige die junge Frau keinerlei Reue.

Zum Abschluss des Verfahrens ergriff der Vater des toten jungen Manns das Wort. Er richtete schwere Anschuldigungen an Carter: "Wie konnte Michelle Carter nur so bösartig sein und meinen Sohn dazu drängen, sein Leben zu beenden? Wo blieb ihre Menschlichkeit?" Die Verteidigung hatte in dem Verfahren argumentiert, Carter sei damals selbst depressiv gewesen, habe Antidepressiva eingenommen und unter Essstörungen gelitten. Anstelle einer Haftstrafe hatte die Verteidigung eine Bewährungsstrafe gefordert.

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