Blutige Fehden

Rivalität durch Ghettozonen

Ausländerfehden, die - wie von uns berichtet - zuletzt in Linz blutig mitten im Stadtgebiet ausgetragen werden, sind auch ein Zeichen verfehlter Integrationspolitik. "Dem muss entgegen gewirkt werden", warnt in diesem Zusammenhang der Linzer VP-Klubobmann Martin Hajart, der zudem auch eine zunehmende Ghettoisierung in der Landeshauptstadt befürchtet.

Zur Erinnerung: Nach dem Streit um eine Frau in der Holzstraße mit zwei Verletzten ging der Streit am Bahnhof und im Volksgarten weiter, wo es erneut zwei Verletzte gab. Jetzt schlagen Politiker Alarm. Je besser Flüchtlinge und Asylanten im Stadtgebiet verteilt sind, desto besser gelingt  die Integration. "Ansonsten kommt es nur zu Ciquenbildungen, die ausgrenzen statt verbinden", berichtet Martin  Hajart, der auf die aktuelle Verteilung ausländischer Staatsbürger auf die  Linzer Viertel verweist.

63,4 Prozent Ausländer
So weist das Industriegebiet einen Ausländeranteil von 63,4 Prozent auf, der Bulgariplatz von 34,6 Prozent und das Franckviertel von 32,2 Prozent! Auch in Kleinmünchen-Auwiesen (27,1 Prozent), Neue Heimat (27 %), Innere Stadt (26,6 %), Spallerhof (25,6 Prozent), Kaplanhof (23,4 Prozent) und Ebelsberg (22,6 %) liegen beim Anteil ausländischer Staatsbürger über dem Linzer Gesamt-Durchschnitt von 21,9 Prozent. Darunter liegen Dornach-Auhof (17,4 Prozent), Urfahr (17,1 %), Froschberg (17 %) und Bindermichl-Keferfeld (16,9 %). Den geringsten Ausländeranteil haben  Pichling (neun Prozent), St. Magdalena (7,7 %) und Pöstlingberg (6,8 Prozent).

VP stellte Antrag
Bereits im Vorjahr stellte die VP  einen Gemeinderatsantrag für unterschriebene Integrationserklärungen als Voraussetzung für freiwillige Leistungen der Stadt. "Vergünstigungen sollen nicht ein Geschenk, sondern eine Belohnung sein", so die Forderung, die abgelehnt wurde.

Johann Haginger, Kronen-Zeitung

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Freitag, 05. März 2021
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