Do, 13. Dezember 2018

Antisemitische Codes

21.07.2017 20:29

Doskozil: "Die FPÖ kann so kein Partner sein"

Die antisemitischen Codes, die der FPÖ-Abgeordnete Johannes Hübner bei einem rechten Kongress vor einschlägigem Publikum benutzt hatte, sorgen weiterhin für Wirbel. Nur nicht bei den Blauen. Dafür spricht nun SPÖ-Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil Klartext: Wenn die FPÖ nicht die Konsequenzen ziehe, könne sie kein Partner sein.

"Hier wurde klar eine Grenze überschritten. Jeder Form von Antisemitismus muss man entscheiden entgegentreten. Ich erwarte mir von der Bundes-FPÖ eine Klarstellung und Distanzierung, aber auch Konsequenzen", so Doskozil, der auch stellvertretender Parteivorsitzender der SPÖ ist. Der Minister wird unmissverständlich deutlich: Wenn sich die FPÖ nicht von Ewiggestrigen trenne, könne sie kein Partner sein.

Kickl sieht keinen Handlungsbedarf
Die Blauen hingegen sehen keinen Grund zu handeln. Nach einem Gespräch mit FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl hieß es nur, Hübner werde künftig in seiner Wortwahl vorsichtiger sein. Der Abgeordnete hatte bei einer Rede im Juni 2016 mehrere antisemitische Anspielungen geäußert. Das rechte Publikum verstand die Andeutungen bestens und quittierte die antisemitischen Codes - laut Mitschnitten - mit Gelächter.

Kanzler Kern: "Völlig inakzeptabel"
Kanzler Christian Kern (SPÖ) hat die Hübner-Aussagen bereits auf Facebook verurteilt: "Diese Mischung aus Antisemitismus und Verfolgungswahn ist absolut jenseitig und völlig inakzeptabel." Bundespräsident Alexander Van der Bellen zeigte sich "bestürzt".

Kommentar: "Beantwortung der Gretchenfrage"
Seit Langem schon eiert die SPÖ um die rote Gretchenfrage "Wie hältst du's mit der FPÖ?" herum. Bis jetzt ohne eindeutige Antwort. Der endlos lange diskutierte Kriterienkatalog ist bewusst schwammig und allgemein formuliert, immer wieder gibt es Annäherungsversuche an die Blauen, bei einer Ö1-Diskussion im vergangenen November gingen Bundeskanzler Christian Kern und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sogar auf Kuschelkurs. Dann folgen wieder Attacken, und dass die Ehefrau des Kanzlers sich bei einer Anti-FPÖ-Plattform engagiert, wird eine mögliche rot-blaue Zusammenarbeit auch nicht gerade leichter machen.

Gleichzeitig ist sich die SPÖ-Zentrale offenbar auch nicht sicher, ob eine Koalition mit dem langjährigen Feind Nummer eins von der roten Basis goutiert werden würde. Christian Kern wiederum greift nun die in der "Krone" gestellte Forderung der freiheitlichen Gewerkschaft nach mehr Polizisten auf.

Ausgerechnet Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil, der aus dem Burgenland, wo ja schon eine rot-blaue Koalition zugange ist, stammt und der dazu steht, dass er keine Berührungsängste mit der FPÖ hat, erteilt jetzt den Freiheitlichen eine Absage. Damit hat Doskozil auch die Gretchenfrage beantwortet, das Herumeiern darf beendet werden. Das hätte aber ohnehin vielleicht bald ein Ende gehabt: Denn derzeit sieht es eher nicht so aus, als ob sich Rot-Blau überhaupt ausgehen würde.

Doris Vettermann, Kronen Zeitung

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Europa League
LIVE: Red Bull Salzburg zu Gast im Celtic Park
Fußball International
Rangers bezwungen
Europa-League-Hammer! Auch Rapid in K.-o.-Phase
Fußball International
Kuriose Insolvenz
Niederösterreichische Moschee in Konkurs
Österreich
Europa League
Rapid gegen Rangers: Fan-Randale vor dem Stadion
Fußball International
Infantino-Plan
WM 2022: Spiele auch in Katars Nachbarländern?
Fußball International
Nach Copa-Finale
Drama: Junger River-Fan von Boca-Anhängern getötet
Fußball International
Mögliche Verstärkungen
„Interessante Namen“ - Bayern auf Transferjagd
Fußball International
Schock bei Adventfeier
Als Harnik-Klub feierte, brachen Diebe Autos auf
Fußball International
Vom Leser inspiriert
Rezept der Woche: Omas Schokokipferln
Lieblingsrezept
Rallye-Paukenschlag
Rekord-Champion Loeb fährt 2019 im Hyundai!
Motorsport
Nach CL-Blamage
Üble Beschimpfung? Real-Star legt sich mit Fans an
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.