Do, 18. Oktober 2018

Flotte Flitzer

20.07.2017 14:41

"Micro Machines World Series": Spaßig wie einst

Der Spaß am Spielen kann einem angesichts immer komplexerer, hektischerer und fordernder Spiele zuweilen abhandenkommen. Wie gut, dass Codemasters mit "Micro Machines World Series" Abhilfe schafft. Wie beim Original vor 26 Jahren wird unkomplizierter Spielspaß hierbei großgeschrieben.

1991. Mein Bruder und ich sitzen vor dem Amiga, um mit kleinen Autos über Schreib-, Küchen- und Billardtische zu flitzen. Stundenlang. "Micro Machines", so der Titel des von Codemasters entwickelten Rennspiels, hatten wir telefonisch bei einem Händler bestellt, nachdem wir eine Anzeige in einer "PowerPlay" entdeckt hatten. Die Zeitschrift gibt es inzwischen nicht mehr, den Händler vermutlich auch nicht. "Micro Machines" dagegen ist über all die Jahre geblieben, zuletzt erschien im Vorjahr eine Mobilversion.

Mit "Micro Machines World Series" hat Codemasters seinen Klassiker nun nur wenige Woche nach dem Release von "DiRT 4" wiederauferstehen lassen. Die beiden Rennspiele des britischen Entwicklers könnten unterschiedlicher kaum sein: Überbordender Realismus, hochauflösende Texturen, Modi, Strecken und Fahrzeuge noch und nöcher auf der einen Seite; gepflegter Minimalismus dagegen auf der anderen Seite. Einfach, unkompliziert, kurzweilig und vor allem spaßig soll "Micro Machines World Series" sein - ganz wie früher.

Die Fahrphysik - schwammig - unterscheidet sich denn auch nicht sonderlich vom Original. Auch die Fahrzeuge - vom Luftkissenboot bis zum Panzer - sind weitgehend vertraut. Gleiches gilt größtenteils für die Modi: Neben dem klassischen Rennen über mehrere Runden wartet der Titel mit den bekannten Eliminationsrennen auf. Wer hier den Anschluss verpasst und "aus dem Bildschirm" gerät, ist raus. Zumindest fast: Im Gegensatz zum Original darf man nun auch als Ausgeschiedener noch auf das Rennen einwirken und die im Rennen verbliebenen Kontrahenten quasi vom Spielfeldrand unter Beschuss nehmen - nur gut zielen muss man dafür.

Wer den Konflikt sucht, sollte jedoch besser den neuen Arena-Modus wählen. Wie beim schnauzbärtigen Klempner und dessen Karts aus Japan dürfen sich darin mehrere Spieler (alternativ stehen KI-Kontrahenten bereit) gegenseitig "abballern" und in Disziplinen wie "King of the Hill" und "Capture the Flag" üben. Jedes der insgesamt zwölf, mittels "Loot" konfigurierbaren Vehikel verfügt dabei nicht nur über sein eigenes Waffensystem, sondern auch spezielle Power-ups bzw. Spezialfertigkeiten. Wie wäre es beispielsweise mit einem Hubschrauber, der Gegner in der Nähe aus der Luft ins Visier nimmt?

Am Ende - ob beim Online-Spiel mit bis zu zwölf Gegnern oder zu viert lokal - besteht die Faszination "Micro Machines" jedoch darin, dass es neben rennfahrerischem Geschick eben immer auch einer Portion Glück bedarf, um als Sieger hervorzugehen - schließlich wird man nur zu leicht von der Tischkante geschubst oder bleibt in den Frühstücksresten in der Küche kleben.

Fazit: Die einfachsten Ideen sind manchmal eben doch die besten. Codemasters bleibt diesem Prinzip mit seiner "Micro Machines"-Serie seit über 25 Jahren treu. Auch wenn mit dem jüngsten Ableger neue Modis und Features Einzug gehalten haben, überzeugt der Titel nach wie vor allem durch seine einfache Zugänglichkeit und Unkompliziertheit, woraus letztlich auch der Spielspaß resultiert. Am größten ist der - ganz wie damals - nach wie vor zu Hause: vor einem Fernseher, mit drei Freunden und vier Controllern.

Plattform: PS4 (getestet), Xbox One, PC
Publisher: Codemasters
krone.at-Wertung: 8/10

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle

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