Mo, 22. Oktober 2018

Systematisch, brutal

18.07.2017 16:45

London: Frauen beliebte Ziele für Säure-Attacken

Nach den Säure-Attacken in London, bei denen fünf Menschen verletzt wurden, packt ein Insider aus: Der Mann, der selbst in der Vergangenheit für solche Anschläge verantwortlich war, erklärt dem Magazin "Vice", dass Frauen viel öfter Ziel von Säure-Attacken werden, auch wenn sie gar nicht das Hauptziel für den Angriff sind - einfach, weil sie mehr Wert auf ihr Aussehen legen. Die Täter wollen den größtmöglichen Schaden anrichten. Deshalb werden auch Messer in Chemikalien getaucht, damit Wunden von Stichverletzungen nicht gut heilen.

In Großbritannien nehmen die Fälle von Attacken mit Säure dramatisch zu. In einem Nachtklub waren im heurigen April ein Dutzend Menschen mit Chemikalien verätzt worden. Beim letzten Zwischenfall wurden fünf Opfer mit Säure angegriffen und ihnen anschließend der fahrbare Untersatz gestohlen.

Säure als Waffe ist leicht erhältlich
Der Report von "Vice" zeigt, wie systematisch und brutal Attentäter vorgehen, die gewöhnliche Haushaltschemikalien wie Bleiche und Abflussreiniger verwenden. Attentäter steigen von Messern auf Säure um, weil diese immense Vorteile mit sich bringt: Sie ist leicht zu beschaffen, es ist nicht illegal, Chemikalien bei sich zu tragen, und es ist schwer, sie einem konkreten Täter zuzuweisen. Sie können ohne Altersbeschränkung und ohne Ausweis gekauft werden.

"Männer sind sogar stolz auf Narben"
Ein Attentäter, der anonym bleiben wollte, erzählte im Interview, wie er eine junge Frau mit Säure begossen hatte - nur weil ihr Freund einer feindlichen Gang zugehörig war. Ihr Gesicht wurde dabei entstellt. Er erzählt weiter, dass in neun von zehn Fällen Frauen zum Opfer von Säure-Attacken werden. Männer seien eher stolz auf Narben und würden diese sogar ihren Kumpels zeigen, für Frauen seien die Folgen viel schlimmer.

Die Maximierung des Schadens für das Opfer ist für die Attentäter ebenfalls ein Ziel: So erzählt der Insider, dass auch Messer in Säure getaucht werden. Wird das Opfer damit attackiert, verheilen die Wunden viel schlechter.

 krone.at
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