Mo, 10. Dezember 2018

Trennung von Spanien

09.06.2017 20:09

Kataloniens Regierung kündigt Referendum an

Der Regierungschef Kataloniens, Carles Puigdemont, hat die Unabhängigkeitsdebatte in der nordostspanischen Provinz wieder angeheizt. Am Freitag kündigte er in Barcelona an, am 1. Oktober dieses Jahres eine Volksabstimmung über die Loslösung von Spanien abhalten zu wollen. Die spanische Zentralregierung in Madrid bezeichnet dieses Vorgehen als illegal.

Laut spanischen Medienberichten will Puigdemont den Katalanen im Herbst folgende Frage stellen: "Möchten Sie, dass Katalonien ein unabhängiger Staat in Form einer Republik ist?" Erst kürzlich hatte das spanische Verfassungsgericht ein Unabhängigkeitsreferendum in der autonomen Region neuerlich untersagt, der separatistische Regierungschef betont aber weiter, Katalonien werde sich auch von einem "Nein" Madrids nicht stoppen lassen.

Mehrheit der Katalanen für Referendum
Die Katalanen sind gespalten, was ihre mögliche Unabhängigkeit betrifft, eine Mehrheit der Einwohner wünscht sich aber ein Referendum - als Zeichen, dass sie die Möglichkeit haben, selbst über ihre Zukunft zu entscheiden.

Der frühere katalanische Präsident Artur Mas hatte trotz eines vom spanischen Verfassungsgericht verhängten Verbots am 9. November 2014 einen symbolischen Volksentscheid über die Abspaltung der Region von Spanien durchführen lassen. An der Volksbefragung hatten damals etwa ein Drittel der 6,3 Millionen Stimmberechtigten teilgenommen, mehr als 80 Prozent von ihnen stimmten für die Unabhängigkeit. Mas war von 2010 bis 2016 Regionalpräsident von Katalonien.

Madrid sieht Vorgehen als illegal an
Die spanische Zentralregierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy lehnt eine Abspaltung der wirtschaftsstärksten Region des Landes strikt ab und bezeichnet sie als verfassungswidrig. Teile der katalanischen Gesellschaft fühlen sich von Madrid unterdrückt. Die Region hat ihre eigene Sprache und ist wirtschaftlich stärker als die anderen Regionen Spaniens.

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