Raucher-Diskussion

Mehr Qualmer-Rücksicht statt Rauchverbote

Oberösterreich
18.11.2006 19:00
Mehr als 430.000 Oberösterreicher greifen täglich zur Zigarette – doch mehr als 51 Prozent sind Nichtraucher! Das Thema „Rauchen“ spaltet wieder einmal die Gesellschaft. Wie sieht da ein erträgliches Nebeneinander aus, vor allem in den Lokalen? Soll das Rauchen in den Gaststätten nun tatsächlich strikt verboten werden? Oder wäre es besser, eine „friedliche“, von gegenseitiger Rücksicht getragene Lösung zu finden? Wie ist die Meinung der Oberösterreicher dazu? Die „OÖ-Krone“ hörte sich in Linz um.

Gegen ein generelles Rauchverbot in Lokalen spricht sich ganz klar Erwin Skola (32) aus, der bereits seit 17 Jahren raucht: „Es gibt ja viele Genussraucher, die im Lokal zum Kaffee oder Achterl Wein eine rauchen möchten!“ In „Familiencafés“ hält der kaufmännische Angestellte aus Linz eine Trennung in Raucher- und Nichtraucherzonen als Schutz für die Kinder aber für sinnvoll. 

Susanne Bukowski (20) setzt auf gegenseitige Rücksichtnahme statt strikte Trennung: „Was bringen denn Nichtraucherzonen? Die wären meist leer und die Raucherecken überfüllt! Neben einer Frau mit Kind würde ich im Kaffeehaus aber nie rauchen!“ Sogar Anti-Raucherkampagnen in Schulen hält sie für sinnlos, denn: „Wenn man keinen Raucherhof hat, geht man in der Pause halt zwei Straßen weiter. Das ist aber nicht ungefährlich.“

Trennung ist oft nicht möglich
Der Linzer Lokalbesitzer Heimo Krammer (34) versteht beide Seiten: „Wenn man in einer Gaststätte zwei Räume hat, und somit eine Trennung leicht möglich ist, dann ist es sehr sinnvoll.“ Er weiß aber auch von den Schwierigkeiten der Durchsetzung zu berichten: „In meinem ,Café Amber´ habe ich etwa nur einen Raum - da wird´s schwierig mit einer sinnvollen Abtrennung!“ Außerdem seien sowieso beinahe 95 Prozent seiner Gäste Raucher…

Zur Fraktion „militanter Nichtraucher“ zählt sich Waltraud Steiner (43) aus Bad Vöslau: „Am liebsten wäre es mir, wenn alles rauchfrei wäre!“ Die Personalreferentin fühlt sich vom Qualm der Zigaretten belästigt, denn: „Ich finde es eine bodenlose Frechheit, dass ich manchmal von Lokalen sogar früher heimgehen muss, weil ich es vor lauter Rauch nicht mehr aushalte!“

Viel Zorn über verrauchte Lokale
Für Bianca Eibensteiner (30) liegt die Sachlage ähnlich: „Es ist eine Diskriminierung für die Nichtraucher, dass wir in verrauchte Lokale gepfercht werden!“ Vor allem die Gefahren des Passivrauchens werden nach Ansicht der diplomierten Krankenschwester aus Pregarten viel zu wenig beachtet.

Fazit: Beim Thema Rauchen scheint Oberösterreich wirklich ein zwei Lager gespalten zu sein. Aber Rücksicht könnte Verbote ersetzen…

Was  denken  Sie? Wie kann man das Streit-Thema Rauchen in der Öffentlichkeit lösen? Mit strikten Verboten  oder doch mit gegenseitiger Rücksichtnahme? Ihre Meinung ist uns wichtig: Schreiben Sie an die „OÖ-Krone“, Khevenhüllerstraße 31, 4020 Linz, oder mailen sie an ooe@kronenzeitung.at. Bitte das Kennwort „Rauchen“ anführen.

 

 

Foto: AP

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