So, 18. November 2018

Promis im Unterricht

21.05.2017 07:45

Nach "Tatort"-Debakel: Lernen bei der Polizei

Stefan A. Lukacs hat eine Vision: Der Regisseur möchte einen Kinofilm drehen, in dem es um Polizeigewalt geht - die Exekutive will er aber nicht pauschal ins schlechte Licht rücken. Um internationale Kritik wie nach der Tatort-Folge "Wehrlos" zu vermeiden, schickt er heimische Schauspieler daher zum Unterricht in die Polizeischule.

Es ist drückend heiß im Klassenzimmer der Sicherheitsakademie in der Wiener Marokkanerkaserne, stickig: Der Kriminalreferent spricht von vergangenen Morden, fragt Schüler nach möglichen Motiven derartiger Taten, Geisteszuständen von Tätern. Während die uniformierten "echten" Schüler eifrig aufzeigen und reden, ist es ungewöhnlich still in den hinteren Reihen.

Lernen für den neuen Kinostreifen "COPS"
Die prominenten Gäste, Top-Schauspieler wie Roland Düringer, Maria Hofstätter, Anton Noori und Anna Suk, hören nur zu. Sie wollen einfach lernen, um bei den Dreharbeiten zum neuen Kinofilm "COPS" den Beruf Polizist so realitätsnah wie möglich spielen zu können - und zwar in all seinen Facetten. Maria Hofstätter wird eine altgediente Polizeibeamtin darstellen, die letztendlich den Schusswaffengebrauch des jungen WEGA-Beamten infrage stellt.

Er, Christoph (Schauspieler Laurence Rupp), erschießt "in Notwehr" einen geistig Kranken, nachdem sein Kollege beim Stürmen der Wohnung "ins Messer des Schizophrenen gestolpert war". Laut Drehbuch wird der junge Beamte von Polizeifreunden als Held gefeiert. Er selbst wird danach von Panikattacken geplagt und kann mit dem "Helden-Status" nicht umgehen.

"Je mehr ich weiß, umso besser kann ich spielen"
Selbst vom eigenen Papa Heinz (Roland Düringer) - der im Film als volksnaher Fußballbegleiter Rapid-Fans betreut, lässt er sich nicht helfen. Von den Wiener Polizeischülern aber schon, so lautete das Facit der Filmcrew. Hofstätter: "Es ist wichtig, dieses Feeling von der Basis zu bekommen. Je mehr ich von der Polizeiarbeit weiß, umso besser kann ich spielen. Ich hab' ja nicht einmal gewusst, wie ich eine Pistole in die Hand nehme." Für Regisseur Lukacs zählt nur eines, beteuert er: "Mein Film muss ausgeglichen sein."

"FAZ" machte sogar den Realitätstest
Nach der Ausstrahlung von Harald Krassnitzers 40. "Tatort" - "Wehrlos lautete der Titel - war international Kritik aufgekommen. Der "Spiegel" bezeichnete ihn schlicht als "grob gestrickt" bzw. "mäßig", die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schrieb da schon konkreter: "Stutzig macht dabei, wie schlecht kontrolliert der Dienstablauf und die Ausbildung bei der Wiener Polizei sein sollen" - und macht den Realitätstest.

Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung/krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Entscheidung in Levi
LIVE: Startet Hirscher mit Sieg in neue Saison?
Wintersport
Die Premiere
Nations League: Erstes Finalturnier in Portugal
Fußball International
„Malle-Jens“ ist tot
Promis trauern um beliebten TV-Auswanderer
Video Show Adabei-TV
„Engel mit Eisaugen“
Amanda Knox: Video zeigt ihre Verlobung
Welt
Mehrfacher Überschlag
Betrunkener bei Unfall aus Traktor geschleudert
Oberösterreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.