"Lange Liste"

45 mögliche Giftgasangriffe in Syrien seit 2016

Ausland
28.04.2017 18:14
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) hat Berichte über 45 mögliche Angriffe mit Giftgas in Syrien erhalten. Es gebe eine "lange Liste von mutmaßlichen Vorfällen" seit 2016, sagte der Generaldirektor der OCPW, Ahmet Üzümcü, am Freitag in Den Haag. Dazu gehört auch der Vorfall vom 4. April von Khan Sheikhoun mit mindestens 80 Toten.

Nach Angaben Frankreichs gibt es Beweise, dass für den Giftgasangriff Anfang April syrische Regierungstruppen verantwortlich sind. Das wollte der OPCW-Chef am Freitag nicht bestätigen. Die OPCW-Experten hatten bei Gewebeproben von Opfern das Einwirken des Nervengases Sarin festgestellt.

Das Expertenteam sei startklar, um selbst nach Khan Sheikhoun zu reisen und das Gebiet zu untersuchen. Zuvor müsse aber die Sicherheit der Mitarbeiter garantiert sein, betonte der Direktor: "Das Gebiet wird von verschiedenen bewaffneten Gruppen kontrolliert, mit denen wir wegen einer befristeten Waffenruhe verhandeln müssen."

Die OPCW geht zudem davon aus, dass die Terrormiliz IS für einen Angriff mit Senfgas in der Nähe der irakischen Stadt Mossul vor knapp zwei Wochen verantwortlich war. Die irakische Armee habe das mitgeteilt und von einigen Verletzten gesprochen.

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