21.04.2017 11:50 |

Neuer Großauftrag

Heer kauft 34 "Pandur"-Panzer um 105 Mio. Euro

Wie bereits berichtet, legt sich das Bundesheer um 105 Millionen Euro 34 neue Mannschaftstransportpanzer "Pandur" zu. Dabei handelt es sich um den größten Rüstungsauftrag der vergangenen zehn Jahre. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) besuchte aus gegebenem Anlass am Freitag das Werksgelände der General Dynamics European Land Systems Steyr GmbH in Wien-Simmering. Dort werden die "Pandur" produziert. Ziel sei es, beim Bundesheer in verschiedenen Bereichen, etwa auch der Mobilität, "eine Trendwende einzuleiten", so Doskozil.

Der "Pandur" ist das meistgenutzte Fahrzeug in Auslandseinsätzen, das den Soldaten Schutz vor Splittern und Beschuss bietet. Auch die neuen Fahrzeuge werden beim Jägerbataillon 17 in Strass und beim Jägerbataillon 19 in Güssing eingesetzt werden. Mitte 2020 soll die Lieferung abgeschlossen sein. Mit dem Auftrag erziele man 70 Prozent nationale Wertschöpfung, so Doskozil. Die Mitarbeiterzahl am Standort in Simmering werde sich um zehn Prozent erhöhen. In das Projekt sind rund 180 österreichische Unternehmen eingebunden.

Der Auftrag "stärkt den Standort", pflichtete Geschäftsführer Martin Reischer bei. Man könne so hochqualifizierte Arbeitsplätze halten und ausbauen. Von der Entwicklung bis zur Schweißerei und der Montage werde alles im Werk gemacht. Welche Komponenten nicht in Österreich gefertigt werden, nannte Reischer auf Nachfrage nicht - das Fahrzeug bestehe aus mehr als 30.000 Einzelteilen.

Nach "Zwangspause" wird Produktion wieder aufgenommen
Vor drei Jahren hatte das Unternehmen eine Restrukturierung und einen enormen Mitarbeiterabbau angekündigt. Am Standort Wien sollten statt der Panzerproduktion nur noch Wartung, Reparatur und Serviceleistungen stattfinden. Auf Nachfrage, ob es nun so einfach möglich sei, die Produktion wieder aufzunehmen, hieß es am Freitag aus dem Unternehmen, dass die Produktion nicht stillgelegt worden sei. Es habe sich lediglich um eine "Zwangspause" gehandelt, nachdem ein großer Serienauftrag aus Kuwait für den "Pandur" ausgelaufen war und Folgeaufträge fehlten.

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