Bahnhof lahmgelegt:

15.000 Reisende in Linz gestrandet

Die Nerven lagen blank! Beim Lokalaugenschein am Linzer Hauptbahnhof nach dem verheerenden Kabelbrand traf die "OÖ-Krone" auf zornige, verzweifelte und sogar weinende Menschen. Alle kamen teils Stunden zu spät - manche auch gar nicht - an ihrem Ziel an. Viele waren mit der Organisation sehr unzufrieden.

"Was, es fahren auch die nächsten Züge nicht? Ich hab’ einen wichtigen Termin in Pöchlarn!" - "Das wird heute nichts mehr, wir haben unser Hotel in Dresden auch schon storniert." Solche Gespräche bei sorgenvollem Blick auf die Anzeigentafel gab es am Freitagvormittag am Linzer Hauptbahnhof unzählige. Denn nach dem Kabelbrand, der den gesamten Zugverkehr lahmgelegt hatte, strandeten laut ÖBB mindestens 15.000 Reisende in Linz.
Geholfen wurde ihnen jedoch nur sehr schleppend: Obwohl kein einziger Zug den Bahnhof verließ, wurden zahlreiche Verbindungen als regulär auf den Tafeln angezeigt, eine offizielle Information zu den Zeiten und Destinationen der Schienenersatzbusse gab es nicht: "Ich kann nicht so gut Deutsch, ich verstehe nicht, was irgendein Ordner am Bussteig in die Menge ruft. Wie soll ich da den richtigen Bus finden? Meine Familie wartet auf mich!", ärgerte sich etwa die Erasmus-Studentin Flora Komenar aus Ungarn, wie viele andere auch, über das Chaos. Vor allem um die Busse nach Wels und St. Valentin herrschte dann ein G’riss, denn sie waren rasch voll - und standen dann oft noch lange in Linz im Stau.
Am härtesten traf es meist jene, die bereits im Zug waren, als die Feuerpanne passierte - sie mussten die Bahn verlassen und wurden dann mit Bussen erst recht nach Linz gekarrt, von wo sie nur noch schwer wegkamen - so ging es etwa der Studentin Magdalena Klier: "Ein langer Tag!" - siehe Interview unten.

Die deutsche Studentin Magdalena Klier (21) steckte am Heimweg von Wien in die Osterferien stundenlang am Linzer Bahnhof fest.

Die Heimreise nach Passau für die Osterferien wurde für Sie zur Odyssee.
Das kann man sagen. Ich bin schon um halb sechs Uhr morgens von Wien weggefahren, in St. Valentin mussten plötzlich alle aus dem Zug. Erst eineinhalb Stunden später kam ein Bus, der uns nach Linz brachte, wo dann erst recht gar nichts mehr weiterging.

Nach Passau gab es keine Verbindung.
Mir konnte keiner eine sichere sagen. Deshalb habe ich meinen Vater angerufen, der kommt jetzt mit dem Auto von der Grenze extra nach Linz, um mich zu holen.

Kein entspannender Ferienstart.
Nicht so richtig. Ich bin froh, dass ich ein dickes Buch dabei hatte.

Jasmin Gaderer/Kronen Zeitung

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