Die Welt steht vor der Apokalypse. Grund sind die seit Jahrzehnten andauernden Querelen zwischen den "Mortal Kombat"-Kämpfern. In einer alles entscheidenden Schlacht soll sich das Schicksal der Welt entscheiden. So oder so ähnlich präsentiert sich die Story zu "Mortal Kombat Armageddon". Aber mal ganz ähnlich: Die Hintergrundgeschichte war stets nur Beiwerk. Hier lässt man schließlich Taten statt Worte sprechen.
Im neuesten Teil der Prügel-Serie stehen dem Spieler insgesamt drei Modi zur Auswahl, um die Fäuste sprechen zu lassen. Klassich geht es im "Kombat"-Modus zur Sache: Wer im Training ausreichend Kombos erlernt hat, kann sich in blutige Duelle im typischen Arena-Szenario stürzen oder zum Arcade-Kampf antreten. Mit steigendem Schwierigkeitsgrad prügelt sich der Spieler von Gegner zu Gegner.
Wesentlich tiefgehender hingegen der "Eroberungs"-Modus. Ähnlich dem Vorgänger-Spiel "Shaolin Monks" rennt der Spieler durch die Mortal-Kombat-Welt, sammelt dabei allerlei Items, Extras (alternative Kostüme, Soundtracks, etc.) und Geld ein, weicht Fallen und Hindernissen aus, verprügelt Schergen und trifft in regelmäßigen Abständen auf bekannte Gesichter, die es im One-on-One-Fight zu besiegen gilt.
Überraschen dürfte hingegen der Modus "Motor Kombat". Hier wird nicht geprügelt, zumindest nicht direkt, sondern aufs Gaspedal gedrückt. In einer Art "Mario Karts" heizt der Spieler mit einer ulkigen Variante der sonst so harten Prügel-Knaben über einen von insgesamt fünf Kursen. Extras, wie Turbo oder bestimmte Angriffe, bringen Schwung ins Spiel und mit etwas Glück den Gegner von der Fahrbahn.
Das in allen drei Modi erspielte Geld lässt sich dann in der "Crypta" in zusätzliche Extras (Artworks, Kostüme, Accessoires oder Waffen) investieren. Auch im "Create-a-Fighter"-Modus darf nach Herzenslust geshoppt werden, können doch erstmals Kämpfer nach persönlichen Vorlieben kreiert werden. Dazu stehen im umfangreichen Editor unzählige Optionsmöglichkeiten zur Verfügung. Körperbau, Kleidung, Accessoires, Kampfstile, Waffen: Alles kann individuell eingestellt werden. Erstmals können sogar eigene Finishing-Moves konstruiert werden.
Eigene Kämpfer müssen aber nicht unbedingt erstellt werden, bietet "Mortal Kombat Armageddon" doch das bis dato umfangreichste Kämpfer-Repertoire: Mit mehr als 60 Fightern stehen alle Charaktere zur Verfügung, die jemals in einem 2D- oder 3D-Mortal-Kombat-Spiel vorgekommen sind. Zum ersten Mal sind dabei auch alle Endgegner spielbar. Für Abwechslung ist also gesorgt.
In Sachen Grafik hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht viel getan. Zwar sind die Bewegungen immer noch schön flüssig und die verschiedenen Kampfstile sehr differenziert ausgearbeitet, letzten Endes sieht man dem Spiel (bzw. der PS2) aber das fortgeschrittene Alter an. Auch das Gameplay bleibt unverändert, weiß jedoch dank leichtem Einstieg, aber stetig steigendem Schwierigkeitsgrad dennoch zu überzeugen.
Fazit: "Mortal Kombat Armageddon" revolutioniert das Genre zwar nicht, bietet mit einer packenden Story im "Eroberungs"-Modus, dem Kämpfer-Editor, dem lustigen Kart-Rennen, allerlei kaufbaren Extras und den etlichen Kämpfern aber zumindest ausreichend Abwechslung. Für Fans der Serie sowieso ein Muss, für Einsteiger ein solide gemachtes, sehr umfangreiches Beat'em Up.
Plattform: PS2
Publisher: Midway
Krone.at-Wertung: 82%
von Sebastian Räuchle
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