Do, 20. Juni 2019
23.03.2017 09:16

Verbaler Eklat

Duterte tobt: "Alle EU-Politiker aufhängen!"

Nach Ex-US-Präsident Barack Obama, dem Papst und der UNO hat der philippinische Präsident Rodrigo Duterte nun auch die EU-Parlamentarier wüst beschimpft, weil in Brüssel die hohe Zahl illegaler Tötungen im philippinischen Anti-Drogen-Kampf kritisiert wurde. "Wenn es nach mir ginge, würde ich euch alle aufhängen! Ihr Verrückten, ihr Hurensöhne. Kümmert euch um eure eigenen Sachen", polterte Duterte bei einem Besuch in Myanmar in Richtung EU-Parlament.

"Hört auf damit, euch bei uns einzumischen. Warum wollt ihr uns verarschen, verdammt noch mal?", so Duterte, der längst für seine äußerst deftigen Aussprüche bekannt ist.

7500 Drogenkriminelle seit Juni 2016 getötet
Von Duterte sind aber nicht nur die Sager deftig: Seit seinem Amtsantritt im Juni 2016 führt er einen unerbittlichen Kampf gegen Drogenkriminelle. Mehr als 7500 Menschen wurden seitdem auf den Philippinen getötet - 2500 von der Polizei, die übrigen unter ungeklärten Umständen. Duterte billigt im Kampf gegen Drogen ausdrücklich die Selbstjustiz. "Es wird noch mehr Tote geben", sagte er. "Ich werde weitermachen, bis der letzte Drogenbaron auf den Philippinen umgebracht ist und bis keine Dealer mehr in den Straßen herumlaufen."

Video aus dem Archiv: "Habe selbst Kriminelle getötet"

Tausende bei Protesten gegen Duterte
Das harte Durchgreifen Dutertes findet aber nicht überall Anklang. Ende Februar gingen in der Hauptstadt Manila nach der Verhaftung der Senatorin Leila de Lima Tausende Menschen gegen die blutige Anti-Drogen-Politik auf die Straße. Der Duterte-Kritikerin wird vorgeworfen, als Justizministerin unter dem ehemaligen Präsidenten Benigno Aquino in einen Drogenhändlerring verwickelt gewesen zu sein.

De Lima hatte Duterte schon während dessen Zeit als Bürgermeister der Stadt Davao kritisiert, wo er Todesschwadronen geduldet oder sogar befehligt haben soll, die Hunderte Menschen getötet haben sollen. De Limas Unterstützer vermuten nun, dass die Senatorin mit erfundenen Vorwürfen zum Schweigen gebracht werden soll.

Menschen dürfen "nicht alles durcheinanderbringen"
Bei seinem jüngsten Rundumschlag gegen seine Kritiker lehnte Duterte auch gleichgeschlechtliche Eheschließungen ab. "Das ist deren Kultur", sagte er unter Verweis auf eine kürzlich erschienene Nummer des "Time"-Magazins über Geschlechterrollen und Sexualität. "Wir sind Katholiken und das bürgerliche Recht besagt, dass ich nur eine Frau heiraten kann, so wie eine Frau nur einen Mann heiraten kann." Jeder Mensch soll an der Stelle bleiben, die ihm "von Gott zugewiesen" worden sei. Die Menschen dürften "nicht alles durcheinanderbringen".

 krone.at
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