Mafia-Jäger pleite
Kein Benzin für die Autos der Fahnder in Sizilien
Ausland
31.10.2006 14:53
Die staatlichen Mafia-Fahnder in Catania auf Sizilien sind derart verschuldet, dass sie für ihre Autos kein Benzin mehr bekommen. Angesichts eines Schuldenberges von 70.000 Euro weigern sich die Tankstellen, der Staatsanwaltschaft weiter Benzin auf Pump abzugeben. "Jetzt gibt es keine Einsätze mehr außerhalb der Stadt", droht ein Beamter.
Wie italienische Zeitungen berichteten, haben bereits elf völlig frustrierte Staatsanwälte und Untersuchungsrichter ihren Rücktritt eingereicht. Die Justizbehörden hätten die Gesuche aber zunächst zurückgewiesen. "Staatsanwaltschaft vor dem Kollaps", titelte die römische Zeitung "La Repubblica".
Kaum Papier, kaputte Faxgeräte
Die Ermittler hätten in ihren Büros kaum noch Papier, viele Faxgeräte und Kopierer seien kaputt und Beamte benutzten ihre privaten Computer für die Arbeit. "Das Problem ist, dass wir keinen Kredit mehr kriegen", klagt ein Ermittler. Zwar habe man bereits bei der nationalen Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft um Hilfe gebeten. "Doch die haben uns nur 20 Benzingutscheine für jeweils zehn Euro geschickt."
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