Do, 20. Juni 2019
07.03.2017 09:46

Pressefreiheit

ORF-Redakteure protestieren nach Kopftuch-Eklat

Nach dem Vorfall mit einer ORF-Redakteurin bei einem türkischen Politikerauftritt in Wien - krone.at berichtete - hat der Redakteursrat des Rundfunksenders den Vorwurf der Einschränkung der Pressefreiheit erhoben. "Wir protestieren gegen den Umgang mit der freien Presse durch den AKP-nahen Verein 'Europäische Union der türkischen Demokraten (UETD)' in Österreich", erklärte der ORF-Redakteursrat.

"Obwohl nach Angaben des Veranstalters das Treffen öffentlich zugänglich gewesen sei, ist dem ORF-Team der Zugang verweigert worden", schrieb der ORF-Redakteursrat zur Veranstaltung mit dem Ex-Abgeordneten Sevki Yilmaz am Sonntag in Wien-Ottakring. Die Redakteurin habe im Vorfeld versucht, mit dem Verein "Wonder" Kontakt aufzunehmen, doch sei auf eine telefonische Anfrage nicht reagiert worden. Sie sei dann von Versammlungsteilnehmern bedrängt worden und habe sich eingeschüchtert gefühlt.

"Behinderung unserer Arbeit"
"Diese Form von Umgang mit Journalisten und die Behinderung unserer Arbeit ist absolut unzulässig", heißt es in der von den ORF-Redakteuren Dieter Bornemann, Peter Daser und Margit Schuschou unterfertigten Erklärung. Als "völlig haltlos" bezeichnete der Redakteursrat Anschuldigungen in türkischen Medien, wonach die Journalistin eine "Agentin" sei und "irgendwelche Aktionen geplant" hätte.

"Die Polizei war unnötig dort"
UETD-Sprecher Ramazan Aktas hatte zuvor dem "Kurier" gesagt, die Journalistin habe sich mittels Kopftuch "verkleidet" und habe bereits eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn im noch weitgehend leeren Saal mit dem Smartphone gefilmt. Auf die Bitte, noch etwas zu warten und die Frage, warum sie sich "getarnt" habe, habe die Journalistin dann die Polizei alarmiert.

Die Landespolizeidirektion Wien teilte mit, dass es weder eine Beschimpfung noch Handgreiflichkeiten gegeben habe. "Die Polizei war unnötig dort." Die Veranstalter hätten bei dem Treffen in dem "privaten Vereinslokal" keine Journalisten gewollt, sagte ein Sprecher.

 krone.at
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