Von der einfachen Privatperson bis hin zum international agierenden Top-Unternehmen: Internet-Betrüger nehmen mittlerweile alles und jeden ins Visier! Vor allem die Masche mit den heimtückischen Verschlüsselungstrojanern, mit denen oft ganze Computersysteme lahmgelegt werden, hält die Kriminalisten auf Trab.
Ein einfaches E-Mail, ein Klick auf den beigefügten Anhang oder Link, und schon ist es passiert: Das gesamte Computersystem ist mit einem fiesen Virus infiziert. Insbesondere so genannte Verschlüsselungstrojaner machen derzeit - auch in Tirol - die Runde, und den Betroffenen das Leben schwer. Hotelier Mario Gerber kann davon ein Liedchen singen, wurde doch auch er kürzlich Opfer einer Hacker-Attacke: "Von außen war anfangs nicht nachvollziehbar, wie die Daten gesperrt werden konnten. Alle 30 Kassen und Ordermans wurden lahmgelegt. Da der Angriff am Abend stattfand, waren die Aufzeichnungen über den gesamten Tagesumsatz plötzlich weg."
Lösegeld-Forderungen folgen
Hans Peter Seewald, Chef der Abteilung Kriminalprävention beim LKA Tirol, kennt die Masche, trudeln derzeit doch allein hierzulande mehrere Anzeigen pro Woche bei der Polizei ein: "Die gefälschten E-Mails stammen angeblich von der Post, von Netzbetreibern oder Reiseunternehmen. Oft sind Anhänge beigefügt, die als Rechnungen, Angebote oder Bewerbungen getarnt sind. Beim Öffnen oder Herunterladen des Anhanges werden dann die Dateien auf den Rechnern verschlüsselt und folglich von den Opfern Lösegelder erpresst." Die Höhe der Forderungen sei dabei von Fall zu Fall verschieden - meist bewege es sich hier im drei- oder vierstelligen Eurobereich.
Ein Wettlauf mit der Zeit
IT-Spezialisten aus aller Herren Länder tüfteln Tag für Tag an Entschlüsselungsmöglichkeiten. Doch es ist ein kaum zu gewinnender Wettlauf mit der Zeit. Denn auf den Trojaner von heute könnte morgen schon wieder ein neuer folgen
Die simpelsten Tipps: Daten regelmäßig auf externen (!) Speichermedien sichern, Back-Ups erstellen. Jedes E-Mail hinterfragen, nicht sorglos öffnen. Betriebssysteme und Anti-Viren-Programme aktualisieren.
Hubert Rauth, Kronen Zeitung
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