Innenminister Wolfgang Sobotka macht ernst: Er will mit den Drogendealern in den Grazer Parks "abfahren". Bei der Schwerpunktaktion der Polizei, die seit Anfang Jänner läuft, konnten bereits erste Erfolge verbucht werden, wie Sobotka vor seinem Ball-Besuch in Graz am Samstag erklärte.
In Grazer Parks wird am helllichten Tag mit Drogen gedealt. Analyse-Auswertungen des Bundeskriminalamtes haben gezeigt, dass der Stadtpark, der Volksgarten und der Metahofpark die Drogenhotspots sind.
Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (VP) schrieb Sobotka im Dezember einen Brief, in dem er ihn auf die Zustände in der Murmetropole hinwies und ihn einlud, sich die Situation vor Ort anzuschauen. Sobotka ließ sich nicht lange bitten.
Nach dem Lokalaugenschein ordnete Sobotka eine Schwerpunktaktion an, die noch im Jänner startete. Die Grazer Polizei wird dabei von Beamten aus Wien, die auf Drogenkriminalität spezialisiert sind, unterstützt.
"Die Parks werden wieder den Menschen gehören"
"Wir wollen die Strukturen zerschlagen", sagt Sobotka. Bis dato wurden 60 Personen festgenommen. Der Großteil sitzt in U-Haft. Die meisten sind Afghanen und Nigerianer. 933 Gramm Suchtmittel wurden beschlagnahmt. Die Dealer würden trickreich agieren: "Sie haben immer nur kleine Päckchen bei sich und bunkern den Rest in Verstecken", erklärt der Minister.
Viele Menschen würden sich mittlerweile aus Angst, Dealern oder Drogensüchtigen über den Weg zu laufen, nicht mehr in die Parks trauen, ein untragbarer Zustand, so Sobotka, der verspricht: "Wir werden diese Hotspots leerräumen! Die Parks werden wieder den Menschen gehören und nicht den Dealern."
Ernst Grabenwarter, Kronen Zeitung
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