Fr, 20. Juli 2018

Lobby für Bettler:

22.01.2017 17:13

"Nicht jeder, der bettelt, ist ein Krimineller"

Als herabwürdigend und inakzeptabel bezeichnet Elisabeth Hussl (Bettellobby Tirol) die Auseinandersetzung so mancher ÖVP- und FPÖ-Politiker mit bettelnden Menschen. "Wer bettelt, ist noch lange nicht kriminell", sagt Hussl im Gespräch mit der "Krone". Und sie verweist darauf, dass Betteln ein Menschenrecht ist.

Trotz der eisigen Temperaturen sieht man auch derzeit immer wieder Menschen, die am Boden sitzend, um Geld betteln - vor allem in Innsbruck. Elisabeth Hussl von der Bettellobby Tirol nimmt diese Menschen in Schutz - vor allem vor Attacken aus ÖVP- und FPÖ-Kreisen. "Diese werfen bettelnden Menschen immer wieder illegale Machenschaften vor und dass sie als organisierte Bettelbanden durch die Lande ziehen. Dass derart undifferenziert und herabwürdigend über notleidende Menschen gesprochen wird, ist für eine laut ihren Grundsätzen christlich-soziale Partei mehr als bedenklich. Denn eines ist ganz klar: Wer bettelt, ist noch lange nicht kriminell", sagt Hussl.

Gegenseitige Hilfe

Aus Erfahrungen und Gesprächen mit Betroffenen weiß sie, dass die Menschen gemeinsam mit Familienangehörigen, Verwandten, Bekannten selbstorganisiert anreisen. "Sie nächtigen, essen, betteln gemeinsam, um ihren Alltag zu erleichtern und sich sicherer zu fühlen. Das, was in der Mehrheitsbevölkerung als normal und angesehen gilt, nämlich Fahrgemeinschaften, Arbeitsteilung, gegenseitige Unterstützung und Solidarisierung, wird notleidenden Menschen abgesprochen", kritisiert Hussl.

Betteln ist ein Menschenrecht

Die Bettellobby fordert daher ein Ende der Kriminalisierung von bettelnden Menschen und einen solidarischen und respektvollen Umgang. "Freilich müssen sie sich an die Regeln halten. Aber grundsätzlich ist Betteln ein Menschenrecht", sagt Hussl abschließend.

Markus Gassler, Kronen Zeitung

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