So, 22. Juli 2018

Kärnten kann's

15.01.2017 18:44

Jagd nach Knochenersatz

Zahnimplantate wollen gut verankert sein. Dafür muss aber oft der Kieferknochen erst aufgebaut werden. Dem Klagenfurter Horst Koinig ist bei der Jagd nach einem synthetischen Ersatz der Durchbruch geglückt.

"Drei Viertel des Knochenersatzmaterials stammen bisher von Menschen oder Tieren. Das ist mit Risiken verbunden", erklärt Koinig, der in Klagenfurt das zahntechnische Labor "ALL.bones" betreibt. "Eine Eigenspende bedeutet einen zusätzlichen operativen Eingriff, der teuer ist. Bei Fremdspenden kann es wiederum Krankheitsübertragungen und Abstoßreaktionen geben. Tierisches Ersatzmaterial wird außerdem von Milliarden Menschen aus Glaubensgründen abgelehnt."

Koinig und sein Partner Werner Forstner arbeiten schon seit drei Jahren an einem synthetischen Knochenersatz: "Das Material ist eine gemeinschaftliche Entwicklung mit der Technischen Universität Graz. Jetzt sind wir so weit, dass als nächsten Schritt die toxikologischen Tests beginnen können."

Für den Patienten soll das neue Material mehrere Vorteile bringen. Binnen zwei Stunden könnte künftig der neue Knochenersatz hergestellt und im Kiefer verankert sein.

Möglich machen soll dies nicht nur das neuartige Material, sondern auch das revolutionäre Bio-3D-Druckverfahren: Jeder Knochenersatz kann passgenau angefertigt werden.

Auf drei bis fünf Millionen Euro schätzt Forstner die Kosten, bis das Produkt serienreif ist. Viel Geld, aber auch gute Aussichten auf Erfolg. Forstner: "Marktrecherchen haben ergeben, dass es so ein Produkt noch nirgends gibt. Wir haben ein klares Alleinstellungsmerkmal."

Das Knochenmaterial ist nicht Koinigs erste Erfindung im Bereich der Zahnheilkunde. Er hat schon 2006 einen Intraoral-Scanner entwickelt, der Patienten beim Zahnarzt den "grauslichen Zahnabdruck mit einer Silikonmasse erspart". Der Scanner wurde von einer japanischen Firma aufgekauft.

Waltraud Dengel, Kärntner Krone

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.