Wegen Sparpakets

30 Verletzte bei wilden Straßenschlachten in Rio

Ausland
07.12.2016 06:46
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vier Monate nach den Olympischen Spielen sind in Rio de Janeiro die Konflikte um ein drastisches Sparpaket der Regionalregierung eskaliert. Hunderte Demonstranten lieferten sich im Zentrum der 6,5-Millionen-Einwohner-Stadt am Regionalparlament Straßenschlachten mit der Polizei.

Videos zeigten Polizisten, die aus einer Kirche Gummigeschosse abfeuerten. Es wurden auch Tränengas und Pfefferspray eingesetzt. Laut Angaben des Portals "O Globo" wurden rund 30 Personen verletzt. Tränengas drang bis in das Parlament ein, Bilder zeigten Abgeordnete mit Mundschutzmasken.

Laut Zeugenangaben kämpften auch Polizisten gegeneinander - ein Teil des Sparpakets betrifft Kürzungen bei den Sicherheitskräften. Brennende Straßenbarrikaden wurden errichtet, Fenster gingen zu Bruch.

Rio nach Olympischen Spielen fast pleite
Im Regionalparlament standen am Dienstag die ersten Abstimmungen über ein Sparpaket von umgerechnet rund 3,6 Milliarden Euro für 2017 an. Befürchtet werden harte Einschnitte bei Bildung, Gesundheitsversorgung, Sicherheit und im Sozialbereich. Der Bundesstaat Rio de Janeiro ist fast pleite - neben stark gesunkenen Erdöleinnahmen haben die milliardenschweren Olympia-Kosten die Lage verschärft. Nur ein Notkredit der Regierung in Brasilia sicherte die Organisation.

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