Di, 20. November 2018

Generationen-Treff

11.10.2016 09:35

"Gears of War 4": Zurück in die Shooter-Zukunft

Es soll ein Neuanfang sein, und doch bleibt vieles beim Alten: Mit "Gears of War 4" tritt Entwickler The Coalition das Erbe von Epic Games an, das die Rechte an der erfolgreichen Shooter-Serie 2014 an Microsoft abtrat. Für den Spieler ändert sich dadurch - je nach Blickwinkel zu dessen Freude oder Leidwesen - allerdings kaum etwas.

25 Jahre sind vergangen, seit die KOR die Locust und die Lambent vom Planeten Sera getilgt hat. 25 Jahre, in denen der Großteil der noch verbliebenen Menschen sesshaft geworden ist und sich in durch hohe Wälle vor gigantischen Sturmfronten und anderen Gefahren geschützten Städten zusammengerottet hat.

Nur einige wenige, die sogenannten Outsider, ziehen das Leben in Freiheit vor, darunter Marcus Fenix' Sohn JD und seine Freunde Del und Kait. Auf der Suche nach Rohstoffen, ziehen sie plündernd durch die Städte - und geraten dabei nicht nur in Konflikt mit den Roboter-Gesetzeshütern der KOR, sondern auch mit einer neuen, weitaus größeren und schlimmeren Bedrohung.

Ganz neu ist diese bei näherer Betrachtung allerdings nicht. Gleiches gilt für viele Protagonisten, die sich im Spielverlauf dazu gesellen, sowie das Gameplay: Kurze Momente der Ruhe, in denen die Charaktere mit markig-humorigen Sprüchen Einblicke in ihr Seelenleben geben, wechseln sich mit den für die Serie typischen Stellungskämpfen ab, in denen JD & Co. sich von Deckung zu Deckung vorarbeiten.

Für Abwechslung sorgen neben neuen Waffen wie dem "Dropshot" oder der Sägeblatt spritzenden "Buzzkill" sowie kleineren Mechanik-Neuerungen (Gegner können jetzt etwa hinter ihrer Deckung hervorgezogen und mit einem Messerstoß exekutiert werden) unter anderem Sturmfronten, in denen einem der Wind alles nur so um die Ohren haut, Boss-Fights und Abschnitte, in denen die eigene Position nach Prinzip des Horde-Modus mit Geschützen und Barrieren gegen die in mehreren Wellen anrückenden Feinde verteidigt werden muss.

Dennoch: Überraschen kann "Gears of War 4" kaum. Erst gegen Ende der gut achtstündigen Kampagne nimmt der Shooter dramaturgisch an Fahrt auf. Das große Gefühlskino bleibt jedoch aus. Zum einen, weil es JD Fenix im Vergleich zu seinem Vater an Ecken und Kanten mangelt. Zum anderen, weil er und seine Freude angesichts der Bedrohung ein gewisses Maß an Ernsthaftigkeit vermissen lassen.

Zu begeistern weiß "Gears of War 4" dennoch. Seine besten Momente hat der Shooter beim Kampf gegen schier übermächtige Kreaturen sowie in stürmischen Gefechten, wenn der Wind Einfluss auf die Ballistik nimmt. Punkten kann der Titel zudem in Sachen Atmosphäre, obgleich der vierte Teil nicht mehr ganz so gruselig und düster daherkommt wie seine Vorgänger.

Und schließlich wäre da noch die starke Multiplayer-Komponente: Neben dem Koop-Modus, in dem sich die Kampagne plattformübergreifend on- wie offline (per Splitscreen) zu zweit durchleben lässt, wartet "Gears of War 4" mit den üblichen sowie einigen neuen Versus-Modi und einer überarbeiteten Version des kooperativen Horde-Modus auf, in dem es Wellen von angreifenden Gegnern abzuwehren gilt.

Bis zu fünf Gamer können darin erstmals zwischen ebenso vielen Klassen wählen, die zum Start über jeweils verschiedene Waffen und Boni verfügen. Weitere Boni, neue Charaktere sowie Waffen-Skins verheißt das neue Kartensystem, wobei die Bonus-Karten wahlweise per In-Game-Währung oder echtem Geld erstanden werden können.

Fazit: Eine populäre Serie wie "Gears of War" in eine neue Zukunft zu führen, ist mit Sicherheit kein leichtes Unterfangen. Entwickler The Coalition meistert die Aufgabe recht souverän und setzt für den vierten Teil auf altbewährte Stärken und Tugenden der Serie. Fans dürften damit kein Problem haben, schließlich stimmen Action, Atmosphäre und Umfang. Dennoch beschleicht einen das Gefühl, das "Gears of War 4" nur ein Lückenfüller ist, um Gamer schonend auf das nächste Kapitel vorzubereiten - das dann hoffentlich mehr zu bieten hat als die inzwischen etwas angestaubt wirkende Kost.

Plattform: Xbox One (getestet), PC
Publisher: Microsoft
krone.at-Wertung: 8/10

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