"Wenn wir keine Flöhe bekommen, werden wir nur einen Film zeigen - das ist nicht Sinn und Zweck der Veranstaltung", sagt Birk. Problem: Die Hunde einer Münchnerin, die im vergangenen Jahr die Flöhe brachten, sind dieses Jahr flohfrei. Der Zirkus ruft alle Hundehalter im Umkreis von 100 Kilometern von München auf, sich zu melden. "Die Direktion des Flohzirkus scheut keine Mühen und holt die Hundeflöhe persönlich ab", heißt es in einer Mitteilung. Geeignet als Artisten sind theoretisch auch Menschenflöhe - Katzenflöhe hingegen haben zu lange Beine und sind zu schwach für die schwere Arbeit.
An einen feinen Golddraht gekettet müssen die Flöhe unter anderem ein Karussell, eine Kutsche und die Bayernfahne ziehen. Flöhe können laut Birk bis zum 20.000-fachen ihres eigenen Gewichts ziehen. Pro Show treten zwar nur zwölf Flöhe auf, dennoch werden 250 Tiere gebraucht: Die Arbeit ist anstrengend, nach zwei, spätestens drei Stunden müssen sie abgelöst werden, und jeden zweiten Tag haben sie frei. "Ich möchte den Floh nicht überbelasten. Ich möchte, dass er nicht total entkräftet ist und nicht einmal mehr fressen kann." Zu den Mahlzeiten gibt der Direktor den kleinen Blutsaugern persönlich seinen Arm.
Zu ihren ungewöhnlichen Kunststücken bringt Birk die Tierchen mit Licht, Schall und Wärme. Die Wärme bringt die rund 0,2 Milligramm schweren Flöhe erst einmal in Bewegung. Dann reagieren sie auf angenehme und unangenehme Reize. Licht und Schall sind unangenehm, Dunkelheit und Ruhe sind angenehm und damit eine Belohnung. Für die Dressur, die normalerweise vier Wochen dauert, bleibt nur wenig Zeit. "Da werden eben Sonderschichten eingelegt - das kriegen wir schon hin."
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