Do, 13. Dezember 2018

Streit eskaliert

21.08.2016 09:23

Zulieferer fordern 58 Millionen € vom VW-Konzern

Der deutsche Autokonzern Volkswagen steckt in ziemlichen Schwierigkeiten. Wie berichtet, lässt VW wegen eines Konflikts mit Zulieferern für mehrere Tage die Golf-Produktion im Wolfsburger Stammwerk ruhen. Zudem könnte der Konzern für mehr als 20.000 Mitarbeiter in Deutschland Kurzarbeit anmelden. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge fordern nun die Zulieferer vom VW-Konzern insgesamt 58 Millionen Euro.

Zwischen Volkswagen und der Unternehmensgruppe Prevent ist laut "Süddeutscher Zeitung" ein Verhandlungspoker im Gange. Das Ziel ist es, den Streit zwischen VW und zwei Zulieferern zu beenden. Demnach fordern die Prevent-Firmen Car Trim und ES Automobil Guss vom VW-Konzern insgesamt 58 Millionen Euro.

"Nicht plausibel": VW will 58 MIilionen Euro nicht zahlen
Der VW-Konzern lehnt es demzufolge aber ab, zu zahlen, weil diese Summe "nicht plausibel" begründet werde. Die beiden Zulieferer fertigen Sitzbezüge und Getriebegehäuse für die Produktion verschiedener VW-Modelle, beide Firmen haben ihre Lieferungen aber seit einiger Zeit eingestellt.

Auslöser des Streits war demnach eine von VW und Porsche gekündigte Entwicklungskooperation mit Car Trim. Daraufhin machte Car Trim Ausfälle und Schäden in Höhe von 55 Millionen Euro geltend. 30 Millionen bei VW, 25 Millionen Euro bei der VW-Tochter Porsche. Inzwischen soll sich die Forderung auf insgesamt 58 Millionen Euro belaufen. Dem Bericht zufolge trat Car Trim einen Teil der Forderungen an ES Guss ab, so dass diese nun auch Ansprüche gegen VW geltend machen kann. Bei VW glaubt man zu wissen, warum ES Guss auf diese Weise ins Spiel gebracht worden sei: Weil der Getriebeteile-Herstelle sonst keinen formalen Grund für einen Lieferstopp bei VW gehabt hätte und somit keinen Druck ausüben könnte.

VW will einen Vergleich
Die Verhandlungen sollen nun am Montag weitergehen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" wird unter anderem über die Forderung der Zulieferer gestritten, VW solle auf Schadenersatzforderungen wegen des Lieferstopps und des dadurch bedingten Produktionsausfalls verzichten. Einige Forderungen von Prevent seien "dubios" oder sogar "sittenwidrig", habe es aus der VW-Chefetage geheißen. VW will auf eine gütliche Lösung setzen. "Wir sind mit den Lieferanten natürlich im Gespräch und suchen eine Einigung auf dem Verhandlungsweg", sagte ein VW-Sprecher am Samstag. Zugleich halte sich der Konzern aber auch den Rechtsweg weiter offen.

Wegen der fehlenden Bauteile der beiden sächsischen Firmen Car Trim und ES Automobilguss muss im VW-Stammwerk in Wolfsburg die Produktion des Golf ruhen. Insgesamt wird Volkswagen voraussichtlich in fünf Werken mehr als 20.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Die beiden Zulieferer werfen VW einen Missbrauch seiner Marktmacht vor.

VW drohen gewaltige Gewinneinbußen
Der Machtkampf zwischen VW und den Zulieferern könnte den Dax-Konzern teuer zu stehen kommen. Der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer sagte den "Ruhr Nachrichten", VW drohten "Gewinneinbußen im hohen dreistelligen Millionen-Bereich". Die Wolfsburger kämpfen seit bald einem Jahr mit den Folgen der Abgaskrise und fahren gleichzeitig bei ihrer ertragsschwachen Hauptmarke einen Sparkurs.

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