Di, 21. August 2018

Heimatschutz aktiv

04.08.2016 11:37

Wahlmanipulation: USA befürchten Hackerangriffe

Die heiße Phase im US-Präsidentenwahlkampf hat noch nicht begonnen, da äußert der Heimatschutz Homeland Security bereits Bedenken, die Wahl am 8. November könnte durch Hacker manipuliert werden. Bedenkt man, dass schon im Vorwahlkampf Hacker Zugriff auf IT-Systeme der Demokraten erlangt und sensible Infos veröffentlicht haben, ist die Bedrohung real. Jetzt überlegen die USA, wie ihr Einhalt geboten werden kann.

Jeh Johnson, Minister für Heimatschutz, hat angekündigt, man werde die Wahlinfrastruktur ab sofort wie kritische Infrastruktur - also etwa das Stromnetz oder die Wasserversorgung - behandeln, berichtet die US-Technikwebsite "CNET". Wahlen seien kritisch für die Demokratie, was diesen Schritt rechtfertige, so Johnson. Allerdings: Wie genau Johnsons Homeland Security die Wahl vor der Sabotage durch Hacker schützen will, ist noch offen.

Neues Etikett allein hilft nicht
IT-Experten sind skeptisch, dass das Etikett "Kritische Infrastruktur" allein vor Manipulationen schützt. "Einfach die Bezeichnung dieser Systeme zu ändern, ohne einen klaren Verteidigungsplan zu haben, hilft aus einer IT-Sicherheitsperspektive nicht viel", sagt etwa Vishal Gupta von der IT-Sicherheitsfirma Seclore. Solche konkreten Pläne bleibt der US-Heimatschutz zunächst aber schuldig.

Dass ein Hackerangriff auf die Wahl im November möglich ist, zeigte sich nicht nur im Vorwahlkampf, als mutmaßlich aus Russland stammende Hacker Interna der Demokraten veröffentlichten und ihrer Kandidatin Hillary Clinton so einen schweren Dämpfer verpassten. Hackertreffen wie die Black-Hat-Konferenz, die alljährlich in Las Vegas stattfindet, legen zudem nahe, dass alle nur denkbaren Maschinen geknackt werden können - Bankomaten und Autos wurden bereits gehackt, die bei US-Wahlen üblichen Wahlmaschinen wären da nur der nächste logische Schritt.

Ergebnisweitergabe ist risikobehaftet
Die Wahlmaschinen sehen Experten - obwohl angreifbar - allerdings gar nicht als größte Gefahr bei der Wahl. Dmitri Alperovitch, Chef der IT-Sicherheitsfirma CrowdStrike, sieht vor allem bei der Weitergabe der ausgezählten Stimmen Risiken. Wenn ein Wahlleiter sein Ergebnis an die nächsthöhere Instanz im Bundesstaat oder Staat weitergibt, könnten Hacker sich theoretisch einklinken und die Information manipulieren. Die PCs, von denen die Ergebnisse verschickt werden, seien "einfach normale PCs". "Nur Gott weiß, womit die geschützt sind", warnt Alperovitch.

Das mit Abstand größte Risiko bei der US-Präsidentenwahl gehe aber von anderer Stelle aus. Angenommen, die Wahl ginge ohne Probleme über die Bühne und ginge knapp aus: Würden Hacker in diesem Fall auch nur behaupten, Ergebnisse in einem umkämpften Bundesstaat manipuliert zu haben, würde dies das Vertrauen der Wähler nachhaltig beschädigen, womöglich gar die Gesellschaft spalten. "Alles, was sie tun müssen, ist Zweifel zu säen", warnt Alperovitch.

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