Kürzlich hatte ich ein bemerkenswertes Schulerlebnis. Die türkischstämmige Schülerin Burcin weigerte sich, Deutsch zu sprechen. Überrascht habe ich sie gefragt, was los sei. Ihre Antwort: „Es gibt nur mehr Araber hier. Die äffen mich nach. Das lasse ich mir nicht gefallen, also spreche ich erst recht Türkisch.“
Hier war ein klärendes Gespräch dringend notwendig, sogar mithilfe eines syrischen Buben, der ein bisschen besser Deutsch versteht. Mein resolutes „Nicht haha Türkisch!“ ist jedenfalls angekommen. Burcin spielte nämlich in der Pause mit syrischen Mädchen Uno.
Schon längst sind Bio-Österreicher an vielen Schulen eine Minderheit, Migrantengruppen werden dies gerade. Seitdem der Familiennachzug begonnen hat, gehen Wiener Pflichtschulen förmlich über vor Kindern. Deshalb können viele Lehrer an Brennpunktschulen der Idee einer Wohnsitzauflage einiges abgewinnen. Verteilt man Neuankömmlinge nicht bundesweit, werden Wiener Lehrer es nicht mehr schaffen, ihnen Deutsch beizubringen.
Integrationsministerin Susanne Raab ist gegen diese Verteilung. Wien biete zu viele Anreize für Flüchtlinge. Auch dem stimmen viele Menschen, die an der Basis arbeiten, zu. Weil Politik nun einmal ist, wie sie ist, wird man sich kaum einigen.
Auf der Strecke bleiben die betroffenen Kinder. Sowohl jene, die neu nach Österreich kommen, als auch Familien, die aus den wachsenden Problemvierteln nicht einfach wegziehen können.
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