13.07.2016 21:07 |

May verspricht:

"Sind Herausforderung nach Austritt gewachsen"

Theresa May hat nun die Nachfolge David Camerons als britische Premierministerin offiziell angetreten. Nachdem Cameron am Mittwochabend sein Rücktrittsgesuch bei Königin Elizabeth II. eingereicht hatte, wurde die 59-Jährige von der Queen zur Nachfolgerin an der Spitze der britischen Regierung ernannt. Die zweite Premierministerin Großbritanniens nach Margaret Thatcher will ihrem Land nun eine "kühne, neue, positive Rolle" in der Welt verschaffen.

Es stehe eine "Zeit großen nationalen Wandels" bevor. "Da wir in Großbritannien sind, weiß ich, dass wir dieser Herausforderung gewachsen sein werden", zeigte sich May überzeugt. Zugleich machte sie deutlich, dass sie sich für den Zusammenhalt des Königreiches einsetzen wolle. "Wir glauben an die Union, das wertvolle Band zwischen England, Schottland, Wales und Nordirland", sagte sie. Das Land solle "nicht für einige Privilegierte, sondern für alle arbeiten".

Brexit-Wortführer Boris Johnson wird Außenminister
Die wichtigste Aufgabe Mays wird in den nächsten Monaten sein, den geplanten Austritt aus der Europäischen Union zu regeln und negative wirtschaftliche Folgen zu mildern. Erste Ministerrochaden sind bereits bekannt geworden: Der bisherige Außenminister Philip Hammond wird neuer Finanzminister, Amtsinhaber George Osborne habe seinen Rücktritt eingereicht, teilte das Büro der Premierminsterin mit. Mit dem ehemaligen Londoner Bürgermeister Boris Johnson übernimmt nun einer der Wortführer des Brexit-Lagers das Außenministeramt. Britische Medien erwarten, dass die Zahl der Frauen in der Regierung steigen wird.

Juncker drängt auf rasche Austrittsverhandlungen
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker rief May unmittelbar nach ihrem Amtsantritt dazu auf, möglichst schnell mit den Verhandlungen über den EU-Austritt zu beginnen. EU-Ratspräsident Donald Tusk hatte May schon vor ihrer offiziellen Ernennung durch die Queen gratuliert und gesagt, er freue sich auf eine "ergebnisreiche Zusammenarbeit".

Die neue Hausherrin in Downing Street 10, der Residenz der britischen Premierminister, schließt ein zweites Referendum aus, spricht sich aber für möglichst enge Beziehungen zur EU aus. So will sie den Zugang der britischen Wirtschaft zum EU-Binnenmarkt erhalten, zugleich aber die Zuwanderung von EU-Ausländern nach Großbritannien begrenzen. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit ist allerdings eine der Grundbedingungen für die Teilnahme am EU-Binnenmarkt.

Video: Warum Theresa May in ihrem Land nicht nur als große Retterin gesehen wird

Cameron: "So nah wie möglich bei EU bleiben"
Mit dem Rücktritt hatte Cameron die Konsequenz aus seiner Niederlage beim EU-Referendum am 23. Juni gezogen. Während seiner letzten Parlamentsrede als Premier empfahl Cameron seiner Nachfolgerin eine enge Anbindung an die EU nach dem Brexit. Großbritannien solle in den EU-Austrittsverhandlungen versuchen, "so nah wie möglich bei der EU zu bleiben", sagte Cameron. Eine enge Beziehung zur EU sei gut für den Handel, für die künftige Zusammenarbeit mit den EU-Staaten und für die Sicherheit Großbritanniens.

In seiner Abschiedsrede bedachte Cameron die Parlamentsabgeordneten zum Teil mit sehr launigen Worten. "Ich war einmal die Zukunft", sagte er nach sechsjähriger Amtszeit unter großem Beifall der Abgeordneten. "Ich werde die Rufe der Menge vermissen, ich werde die Buhs der Opposition vermissen", sagte er zum Abschluss einer überwiegend humorigen Fragestunde.

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