Drogen-Prozess

Zehn Jahre Haft für Asylwerber

Oberösterreich
05.09.2006 18:53
Ein Drogenhandel im großen Stil - es ging immerhin um 25 Kilo Kokain mit einem Wiederverkaufswert von 2,5 Millionen Euro - beschäftigte fünf Verhandlungstage lang den Linzer Richter Fritz Wimbauer. Verurteilt wurde „nur“ ein afrikanischer Asylwerber (35). Als Mittäter soll er zehn Jahre ins Gefängnis. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der mutmaßliche Drahtzieher, der einflussreiche Kunsthändler Solomon O. (39) aus Lagos (Nigeria), ist während eines Krankenhausaufenthaltes aus der Untersuchungshaft geflüchtet. Er wird weltweit mit Haftbefehl gesucht. Die Drogen gelangten im September 2005 in ausgehöhlten afrikanischen Holzstatuen nach Österreich. Adressat war ein ahnungsloser Linzer Galerist.

Solomon O. ist es auch, der den Angeklagten - neben Telefonüberwachungsprotokollen - belastete, obwohl der 35-jährige Asylwerber jede Beteiligung bestritt. Trotz großen Einsatzes seines Verteidigers Hartmut Gräf gelang es nicht, den Verdacht zu entkräften. Staatsanwalt Klaus Segelhuber: „Die Belastungsmomente haben sich in der Verhandlung bestätigt. Das sind keine Luftschlösser.“ Einen Freispruch gab es nur zu einer zweiten Drogenlieferung im Juni 2005.

 

 

Foto: Klemens Groh

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