Mit der Uraufführung von „Move“ für Klavier, Live Electronics und Video vom Deutschen Ludger Brümmer fand der Abend traditionell seinen Anfang im Lentos. Maki Namekawa setzt sanfte Klavierakkorde, die durch die Elektronik wie ein in Wasser geworfener Stein wirken und ihre akustischen Kreise ziehen. In seiner Entwicklung lädt sich Brümmers originelle Musik immer mehr auf und genießt auch eine starke Verwandtschaft zur Visualisierung, ebenfalls aus Brümmers Hand.
Im Brucknerhaus hörte man Philippe Manourys „Sound and Fury“, eine orchestrale Klangauslotung von erstaunlicher Art: Das Orchester ist in Klangkörper geteilt, die sich nur scheinbar eigenständig bewegen und zu einer stark idiophon perkussiven Klangsprache finden. Mich wenig ansprechend: die Visualisierung durch „1nOut“. Hingegen schien Jorn Ebners figurativ bis konkrete Visualisierung von John Cages „Concerto for Prepared Piano“ dem Stück zu dienen und doch eine ganz eigene Identität zu wahren. Das Bruckner Orchester zeigte sich unter Dennis Russell Davies wohl präpariert, motiviert und von sich immer mehr steigernder Flexibilität. Maki Namekawa verstand es, die präparierten Gesten von Cages Concerto ins rechte Licht zu stellen.
Foto: rubra
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