Zehntausende Schaulustige waren in den Donaupark gekommen. Wer auf Visionen oder spektakuläre Effekte gehofft hatte, wurde enttäuscht. Herman van Veen erzählt, singt und spielt am Donauufer aus und vor seinem überdimensionalen Geschichtenbuch. Seine Ente Alfred Jodocus Kwak zappt sich durch den Fernsehdschungel. Vorerst unbemerkt, bleibt Alfred eine Botschaft hängen: Jede Minute stirbt ein Kind auf unserer Welt! Was tun?
Ente auf Reisen
Die Ente geht auf Reisen - per Boot, Luftschiff, Fahrrad - und trifft auf einen Kaiser, einen mit Hornhaut auf dem Kopf vor lauter Denken. Dieser rät ihr, den Großen Bären am Sternenhimmel um Rat zu fragen. Doch wie kommt man in den Himmel, ohne zu sterben? Es gelingt, und der Große Bär sagt Alfred Jodocus Kwak, den Kindern helfen kannst du nicht allein. Dies geht nur mit allen gemeinsam und dem Kinderhilfswerk UNICEF. „Wenn du etwas für die Welt tun willst, tu erst etwas für die Kinder, denn wenn es den Kindern gut geht, geht es der Welt gut“, so van Veens Botschaft.
Seine Geschichte ist schlicht, nahezu naiv und vielleicht gerade deswegen so gefühlseffizient. Zwischen eigenen Liedern dienen Bruckners Dritte, Lullys „Marche pour la cérémonie des Turcs“ oder Dvoraks „Amerikanisches Streichquartett“ als Reisemusik. Über dem Donaupark schwebt wie ein permanenter Fingerzeig ein Globusballon mit verschwindenden Bildern von Kindern. Eine ganz besondere Atmosphäre erzeugen die langsam auf der Donau vorbeischwimmenden Wigwams und Lichter.
Van Veen ist eine sanfte, unspektakuläre Klangwolke gelungen. Schön wie künstlerisch schlüssig wäre gewesen, auf das finale Feuerwerk zu verzichten.
Foto: Chris Koller
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