02.09.2006 18:50 |

Flugzeugcrash

Flugzeug fing bei Landung Feuer

Beim Landen in der iranischen Pilgerstadt Maschad hat ein Flugzeug Feuer gefangen und ist für mindestens 28 Menschen zur Todesfalle geworden. 47 Verletzte kamen nach offiziellen Angaben ins Krankenhaus. "Die übrigen 64 Passagiere und Besatzungsmitglieder blieben unverletzt", sagte der Provinzgouverneur Mohammad-Javad Mohammdizadeh. In ersten Meldungen war von 90 Toten die Rede gewesen.

Der Gouverneur bestätigte, dass bei der Landung der Tupolew Tu-154 gegen 14.40 Uhr Ortszeit ein Reifen geplatzt war. Die Maschine der Gesellschaft Iran Air Tours rutschte über die Landebahn und fing Feuer. Fernsehbilder zeigten das Flugzeug platt am Boden liegend. Im Rumpf klaffte ein riesiges Loch, dessen Ränder verkohlt waren.

Die Feuerwehr habe die meisten Passagiere retten können, betonte der Gouverneur. Er unterstrich auch, dass die genaue Ursache des Unglücks noch untersucht werde. Nach offiziellen Angaben waren 139 Menschen einschließlich der Crew an Bord der Maschine, die in der Hafenstadt Banda Abbas im Süden Irans gestartet war.

Bis zur Unkenntlichkeit verbrannt
"Bis jetzt konnte ich nur 50 lebende Passagiere zählen", sagte ein Angestellter des Flughafens in Maschad. "Ich habe auch ein paar Leichen gesehen, die total verkohlt waren und kaum zu identifizieren sind." Auch nach Angaben der Nachrichtenagentur Mehr waren die meisten Leichen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad beauftragte das Transportministerium mit der Untersuchung des Unfalls. Das Gesundheitsministeriums wies er an, alles für eine gute Behandlung der verletzten Passagiere zu unternehmen.

Maschad, die Hauptstadt der Provinz Khorassan, liegt ungefähr 750 Kilometer nordöstlich der iranischen Hauptstadt Teheran und ist ein religiöses Zentrum. Die meisten Touristen besuchen das Mausoleum des achten schiitischen Imams Resa, um für ihre eigene und die Gesundheit
ihrer Familien zu beten. Persische Muslime glauben fest daran, dass selbst unheilbare Krankheiten in dem Imam Resa Mausoleum geheilt werden können.

Flugzeugunglücke keine Seltenheit
Im Iran ereignen sich immer wieder schwere Flugzeugunfälle. Die meisten Militär- und Zivilmaschinen sind mindestens 27 Jahre alt. Außerdem kann die Flotte nur schwer gewartet werden, weil Ersatzteile unter die US-Sanktionen gegen das Land fallen. Die Ersatzteile können nur im Iran hergestellt oder auf dem Schwarzmarkt beschafft werden. Nach unbestätigten Berichten ist ein Drittel der Flugzeuge nicht mehr zu gebrauchen. Die Passagiermaschinen der Marke Tupolew aus der ehemaligen Sowjetunion sind noch in vielen Regionen der Welt im Einsatz.