31.08.2006 15:28 |

Big Brother im Zug

Videoüberwachung in neuen ÖBB-Waggons

In 171 neuen Waggons des Typs "Talent", die im Regionalverkehr im Einsatz kommen, wird es nach den Plänen von Innenministerium und ÖBB Videoüberwachung geben. Wann diese in Betrieb gehen wird, hängt vom Bescheid der Datenschutzkommission ab, sagte Gerhard Schiffauer, Leiter des ÖBB-Security Managements, am Donnerstag.

Ziel der Maßnahme sei einerseits die Verhinderung krimineller Daten bis zu Terroranschlägen sowie Unterstützung bei der Ausforschung von Tätern.

Die Bilder aus den in den Waggons installierten Kameras werden zum Triebwagenführer geleitet. "Im Ernstfall kann auf die Sekunde reagiert werden", sagte Innenministerin Prokop. Kritische Aufnahmen könnten auch direkt ins Innenministerium überspielt werden.

Keine Videoüberwachung im Fernverkehr
Die überwachten Waggons würden gekennzeichnet, gab Prokop an und versicherte, dass es nicht um die Bespitzelung von Bürgern ginge. "Wir werden nicht in Scheidungsverfahren eingreifen", scherzte die Ministerin. Videoüberwachung im Fernverkehr ist nach ihren Worten nicht geplant, da in solchen Zügen häufig Streifenbeamte anwesend seien. Darüber hinaus gebe es gesetzliche Probleme. "In Österreich dürfen zum Beispiel Videoaufzeichnungen 48 Stunden gespeichert werden, in der Schweiz 24 Stunden", erläuterte Prokop.

160 Bahnhöfe sollen bis 2011 überwacht werden
"Der österreichische Weg ist europaweit vorbildlich", sagte Prokop, zumal die Planung der Maßnahmen nicht erst nach den gescheiterten Bombenanschlägen auf zwei Regionalzüge Ende Juli in Deutschland und der durch Videoüberwachung ermöglichten Ausforschung der beiden Verdächtigen erfolge. Als weitere Maßnahmen sollen bis 2007 insgesamt 70 Bahnhöfe videoüberwacht sein, bis 2011 sollen an 160 Standorten Überwachungskameras installiert sein.

Foto: Martin A. Jöchl

Freitag, 26. Februar 2021
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