Dennoch kann das elf Songs umfassende Album auch mit einigen Neuerungen aufwarten: Vor allem die Singleauskopplung "Supermassive Black Hole" klingt erstaunlich frisch und mit der hohen Kopfstimme Bellamys und dem wummernden Bass fast schon ein wenig dance-lastig. Auch das darauf folgende "Map of the Problematique" lässt die Experimentierfreudigkeit der drei Mannen durchhören.
Damit es dann doch nicht zu ausgefallen klingt, besinnen sich Muse auf ihre alten Stärken und bieten wieder jede Menge Bombast-Rock und Pathos. Das Wunderrezept dabei: Fast jeder Song steigert sich langsam aber sicher in ekstatische Sphären und endet mit einem großen Knalleffekt.
So spielt im Opener "Take a Bow" - der mit Madonnas Song glücklicherweise nur den Titel gemein hat - über Minuten hinweg ein an Kubricks "Space Odysseey" erinnernder Synthesizer, ehe es dann in gewaltigen Gitarren-Rock übergeht. Mit "Soldier's Poem" zeigen sich Matt und Co. hingegen von ihrer besinnlichen Seite, nur um dann mit "Assassin" einen - im wahrsten Sinne des Wortes - musikalischen Totschläger zu präsentieren, der alles in Grund und Boden rockt.
"City of Delusion" verblüfft schließlich mit mexikanischen Trompeten-Klängen und viel Orchester-Sound. Wirklich dramatisch wird es aber erst auf "Hoodoo": Bellamys geniales Klavierspiel formt sich mit seiner nicht weniger ausdrucksstarken, weinerlichen Stimme und jeder Menge Streichern und einer perfekt groovenden Backline zu einem emotionalen Höhepunkt.
Großes (Musik-)Kino bietet dann auch die letzte Nummer. Während "Take a Bow" entfernt an "Flash Gordon" erinnert, huldigen Muse auf "Knights of Cydonia" dem wilden Westen. Galoppierende Drums, erneut Trompeten, ein satter Bass und ein an Queen erinnernder Harmonie-Gesang bilden schließlich einen fulminanten Ausklang.
Muse ist mit "Black Holes and Revelations" ein unwahrscheinlich abwechslungsreiches und stilistisch vielfältiges Album gelungen, bei dem es trotz mehrmaligem Hörens immer wieder neues zu entdecken gibt. Eins ist allen Songs jedoch gemein: ein eindringlicher und kraftvoller, emotionsgeladener Sound, produziert auf höchstem Niveau.
Wer Muse übrigens noch nicht live gesehen hat, der sollte das unbedingt tun. Nächste Gelegenheit gibt es am 8. Dezember in der Wiener Stadthalle (siehe Infobox).
10 von 10 "Ohr"gasmen
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.