Mi, 17. Juli 2019
03.06.2016 16:56

Nicht nur in Wien

Immer mehr reine Flüchtlingsklassen

Sie sollten nur eine kurzfristige Übergangslösung sein und so rasch wie möglich wieder verschwinden, doch statt weniger werden diese reinen Ausländerklassen nun immer mehr. Laut Unterrichtsministerium werden bis zum Sommer rund 14.000 Flüchtlingskinder an den heimischen Schulen sein.

Die SPÖ ist seit jeher gegen die reinen Migrantenklassen, die ÖVP hingegen pocht auf Deutsch vor dem Schuleintritt. Doch nachdem die Zahl der Flüchtlingskinder stark steigt - waren es im Herbst 2015 noch rund 6000, dürften es bis zum Sommer 14.000 sein -, gibt es immer mehr Ausländerklassen. Die neue Unterrichtsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) ist damit zwar nicht besonders glücklich, gesteht aber die Notwendigkeit ein. Ziel bleibe aber dennoch die möglichst rasche Aufnahme in die Regelklassen, so Hammerschmid.

Ab kommendem Herbst werden die Sprachkurse ausgeweitet, zusätzliche "Intensivlehrer" und Sozialarbeiter sowie mobile interkulturelle Teams sollen die Kinder unterstützen.

Kommentar von Doris Vettermann: Willkommen in der Realität
Der ideologische Machtkampf zwischen Rot und Schwarz rund um reine Ausländerklassen wurde nun von der Realität eingeholt. Niemand hat etwas davon, wenn unzählige Kinder im Unterricht sitzen und kein Wort verstehen. Der Schlüssel zum Lernen und zur Integration ist nun einmal die Sprache.

Die erfolgreiche Aufnahme der Flüchtlinge in unser Schulwesen ist eine der größten Herausforderungen im Bildungssystem - und erfordert Geld, Personal sowie Engagement. Und viel Geduld - von allen Seiten.

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