Sa, 20. Oktober 2018

Chaos auf Lesbos

02.06.2016 14:35

Hunderte vor Randalen in Flüchtlingslager geflohen

Im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos haben am Donnerstag Asylbewerber aus Pakistan und Afghanistan aufeinander eingeschlagen. "Drei Menschen wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht", sagte ein Polizeisprecher. Hunderte Familien mit Kindern wurden aus dem Lager in Sicherheit gebracht. Afghanische und pakistanische Flüchtlinge gingen mit Holzstangen und Steinen aufeinander los. Zwei der drei Schwerverletzten sind Pakistaner, sie erlitten Kopfverletzungen. 30 Zelte gingen in Flammen auf.

Bis zum Mittwoch wurden fast 3000 Flüchtlinge in Moria festgehalten, die meisten haben Asyl in Griechenland beantragt, um nicht in die Türkei und von dort in ihre Herkunftsländer abgeschoben zu werden. Zwar dürfen sie nur 25 Tage interniert werden, doch danach dürfen sie die Insel aber auch nicht verlassen, bis über ihre Asylanträge entschieden ist. Hilfsorganisationen haben dies immer wieder heftig kritisiert.

Nach den Unruhen in der Nacht auf Donnerstag haben fast 1000 Flüchtlinge das Camp nun verlassen. Sie suchten in den umliegenden Feldern Schutz oder wurden in andere Lager gebracht.

Bürgermeister hat Verständnis für Ausschreitungen
Ein Sprecher des UN-Flüchtlingshochkommissariats auf Lesbos, Boris Cheshirkov, sagte, nach den Ausschreitungen habe sich die Situation wieder normalisiert. Der Bürgermeister der Insel, Spyros Galinos, zeigte Verständnis für die Aggression in Moria. Die Menschen säßen dort monatelang fest und seien von der Abschiebung bedroht, nachdem sie für die Flucht ein Vermögen bezahlt hätten. "Die Bedingungen sind psychisch und physisch extrem belastend", sagte Galinos.

Insgesamt werden bis zu 8500 Flüchtlinge auf den griechischen Ägäis-Inseln festgehalten. Seit der Schließung der Balkanroute im Februar gelingt nur noch wenigen einen Weiterreise in Richtung Nordwesteuropa. Mehr als 50.000 Flüchtlinge sind aktuell in Griechenland gestrandet.

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