Nach intensiven Ermittlungen konnte die Polizei - wie berichtet - neun jugendliche Drogendealer festnehmen. Ein 18-jähriger Einheimischer und seine Mittäter sollen kiloweise Drogen in Form von Cannabiskraut verkauft haben - und zwar im Umkreis von Innsbruck. Außerdem konnten 60 Abnehmer ausgeforscht werden.
Monatelang hat die Bande ihre Drogengeschäfte seelenruhig abgewickelt - am 1. Mai war jedoch Schluss damit. Während einer Kurierfahrt wurden der 18-jährige Haupttäter und drei weitere Verdächtige von Beamten der Spezialeinheit Cobra gegen 20 Uhr in Volders verhaftet. Im Auto konnten insgesamt 220 Gramm Marihuana sowie 2500 Euro sichergestellt werden.
Drogenhändler aus dem Unterland
Das Marihuana pflanzten die Jugendlichen nicht selbst an, sondern bezogen es offenbar von einem Drogenhändler im Unterland. "Seine Identität ist derzeit noch nicht geklärt", sagt Chefinspektor Martin Brunner.
Mindestens 60 Abnehmer
Auch rund 60 Abnehmer, die hauptsächlich im Raum Innsbruck angesiedelt sind, konnte die Polizei bereits ausforschen. "Es könnten sogar noch mehr sein", erklärt Brunner. Wie die Dealer mit ihren Abnehmern in Kontakt getreten sind, will er jedoch nicht preisgeben. Im Zuge der Untersuchungen gab es weitere fünf Festnahmen, bei denen Suchtmittel sowie Bargeld sichergestellt wurden.
Jugendliche in U-Haft
Sowohl der 18-jährige Haupttäter als auch ein 15-jähriger Mittäter sitzen in der Justizanstalt Innsbruck. "Sie sind teilweise geständig", verrät Brunner. Die anderen sieben Verdächtigen wurden zwar entlassen, sie werden jedoch auf freiem Fuß angezeigt.
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"Waren vom Alter der Dealer überrascht"
Chefinspektor Martin Brunner erklärt im "Krone"-Gespräch, warum es sich bei jungen Drogendealern (noch) um keinen Trend in Tirol handelt.
Ist es in Tirol ungewöhnlich, dass Jugendliche Drogen verkaufen?
Ja. Wir waren sehr überrascht darüber, dass derart junge Täter schon mit solch großen Mengen Drogen dealen. Das ist für Tirol eher ungewöhnlich.
Das bedeutet, dass es bisher keine ähnlichen Vorfälle gegeben hat?
Nein, in diesem Ausmaß noch nicht. Die Bande hat Cannabis im mehrfachen Kilogrammbereich in Umlauf gebracht. Das haben bisher lediglich erwachsene Dealer gemacht, aber eben keine Jugendlichen. Ich hoffe, dass das nicht zum Trend wird.
Was heißt "im mehrfachen Kilogrammbereich"?
Da wir noch nicht alle Abnehmer ausforschen konnten, können wir zum aktuellen Zeitpunkt auch noch keine konkreten Zahlen nennen. Fakt ist allerdings, dass es sich nicht um ein oder zwei Kilogramm handelt, sondern um deutlich mehr.
Wie ist man überhaupt auf diese jungen Drogendealer gestoßen?
Suchtgiftermittler der Polizeidienststelle Kematen hatten den 18-Jährigen bereits seit längerem im Visier. Als der Fall konkreter wurde, haben sie das Stadtpolizeikommando, das Kriminalreferat und das Bezirkspolizeikommando eingeschaltet. In Zusammenarbeit konnte die Bande schließlich ausgehoben werden.
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