Di, 18. Dezember 2018

Raffinerieunfall

24.04.2016 13:05

Gefahr der Ölpest vor Genua gebannt

Nach einem Raffinerieunfall in der Nähe der norditalienischen Hafenstadt Genua soll die Situation wieder unter Kontrolle sein. "In Genua ist das Schlimmste vorbei. Die Notlage kommt zum Ende und die Strände Liguriens sind vor einer Ölverschmutzung sicher", sagte Giovanni Toti, der Regionalpräsident von Ligurien, am Sonntag dem Sender TG4.

Vor einer Woche war eine unterirdische Pipeline geborsten, die die Raffinerie mit dem Hafen verbindet. Dabei floss Öl in zwei Kanäle und den Fluss Polcevera und soll Strände nahe der Mündung des Stroms verseucht haben. Von den 500 Tonnen des ausgeflossenen Öls sollen etwa zehn Prozent ins Meer gelangt sein.

Ölteppiche lösen sich langsam auf
Der Küstenwache zufolge lösen sich sechs Ölflecken auf dem Mittelmeer langsam auf. Drei etwa 600 Meter lange und 100 Meter breite Ölflecken befinden sich demnach rund 25 Kilometer westlich der Mündung des Polcevera. Drei weitere Ölflecken von 3,7 bis 5,5 Kilometern Länge und wenigen Metern Breite hätten sich nach Westen in Richtung der Hafenstädte Savona und Imperia bewegt. Auch Teer sei in der Nähe von Savona an Land gespült worden. Einsatzkräfte hatten am Samstag in der Umgebung von Genua gegen die Ölpest gekämpft, wo heftiger Regen eine Sperre zerstört hatte, die eine Ausbreitung des ausgeflossenen Öls verhindern sollte.

Kritiker: "Das hätte nicht passieren dürfen"
Kritiker der Ölförderung sehen den Unfall als Warnung. "Was passiert ist, ist zwar kein Desaster, aber ein ernsthafter Zwischenfall. Es hätte nicht passieren dürfen. Sicherheitssysteme haben versagt. Es zeigt, dass man das Öl am besten im Boden lässt", sagte der Umweltchemiker Federico Valerio der Tageszeitung "La Repubblica". Obwohl nur wenig Öl ins Meer gelangt sei, werde der Kanal in der Nähe des Unglücksorts noch "monatelang, wenn nicht jahrelang" verseucht bleiben.

Kritiker beklagten auch eine verspätete Reaktion auf den Unfall. "Die Barrieren sind wahrscheinlich nicht so schnell errichtet worden, wie man es erwartet hätte", sagte der Bürgermeister von Genua, Marco Doria, dem regionalen Fernsehsender Telenord.

Raffinerie stellte Betrieb ein
Die Raffinerie Iplom musste ihren Betrieb bis auf Weiteres einstellen und einigte sich mit den Gewerkschaften auf eine vorläufige Freistellung von 240 ihrer 252 Mitarbeiter. "Es ist ein schwieriger Augenblick für uns alle", hatte der Firmenchef am Freitag eingeräumt.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Viele Verletzungen
Olympiasieger Viletta beendet seine Karriere
Wintersport
Verdächtiger in Haft
Junge Touristinnen in Marokko getötet
Welt
„Sind glücklich“
Hoeneß bleibt Bayern-Aufsichtsratsvorsitzender
Fußball International
Ehre für Salzburger
Gishamer ersetzt Drachta als FIFA-Schiedsrichter
Fußball International
Ein Jahr in Zahlen
So turbulent war das Flugjahr 2018
Reisen & Urlaub
Blutspur hinterlassen
Alkolenker flüchtet und versteckt sich unter Bett
Niederösterreich
„Regnen“ auf Planeten
NASA: Saturn wird seine prächtigen Ringe verlieren
Video Wissen
Breitenreiter sauer
Irre PK! 96-Coach geht auf eigenen Spieler los
Fußball International
ManUnited-Rauswurf
Rekord-Abfindung! So viel kassiert jetzt Mourinho
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.