Tigris-Staudamm
Baubeginn für Tigris-Staudamm in Türkei
Der Ilisu-Stausee - mit mehr als 300 Quadratkilometern Fläche der zweitgrößte der Türkei - bedroht die idyllisch am Oberlauf des Tigris gelegene, archäologisch bedeutende Stadt Hasankeyf. Dort versammelten sich Umweltschützer und Bürgermeister der Region, um gegen das 1,2 Milliarden Euro teure Großprojekt zu demonstrieren.
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verteidigte das Bauvorhaben mit dem wachsenden Energiebedarf des Landes. Zwei Drittel des Energiepotenzials der Türkei seien bis heute ungenutzt. Das Projekt werde zudem 10.000 Menschen Beschäftigung verschaffen und die Region zu einem "touristischen Zentrum" machen. Für Bewahrung und Rettung der historischen Kulturdenkmäler in Hasankeyf würden insgesamt 60 Millionen Euro bereitgestellt. Die Regierung plant, einige der von der Überflutung bedrohten historischen Bauten in einem "Kulturpark" an anderer Stelle wieder aufzubauen.
Tausende Menschen müssen umgesiedelt werden
Mit dem Bau des Staudamms knapp 50 Kilometer vor der syrischen Grenze müssen mehr als 10.000 Menschen umgesiedelt werden. Archäologen befürchten vor allem den Verlust eines "Ensembles an mittelalterlichen islamischen Bauten", das "in dieser Dichte kein zweites Mal in Anatolien anzutreffen ist". Am Bau des Staudamms sind auch Firmen aus Österreich und Deutschland beteiligt.
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