Gerechte Strafe

Haft für Vater, der Baby zu Tode schüttelte

Ausland
18.07.2006 12:02
Das Landgericht Stuttgart hat am Dienstag einen Vater wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil sein Baby zu Tode geschüttelt hat. Damit ging das Gericht über die von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafe von sechs Jahren hinaus. Die Verteidigung hatte für eine zweijährige Bewährungsstrafe plädiert.

Der 28-Jährige hatte im Mai 2004 seinen sieben Wochen alten Sohn so heftig geschüttelt, dass er an einem Schütteltrauma starb. Der Richter warf dem Angeklagten "rohe Gesinnung" und niedrige Beweggründe vor. Er habe dem schreienden Kind "aus Wut und Verärgerung" Schmerzen zufügen wollen, um es ruhig zu stellen.

Der Angeklagte hatte im Prozess die Aussage verweigert. Seine Lebensgefährtin, die im Prozess als Nebenklägerin auftrat, hat einen weiteren Sohn aus einer vorherigen Beziehung und Zwillinge mit dem angeklagten Vater. Auch die Zwillingsschwester des verstorbenen Jungen habe der 28-Jährige mit den Worten "Sei endlich still, sonst flippe ich aus" bedroht, sagte der Richter.

Nach Angaben der medizinischen Gutachter hatte der Junge geschrien, weil er eine unerkannte Lungenentzündung hatte. Durch das Schütteln erlitt das Kind eine Hirnblutung, die Atemstillstand und einen Kreislaufkollaps auslöste.

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