01.02.2016 19:40 |

Wegen Zika-Virus

WHO ruft globalen Gesundheitsnotstand aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Montag wegen der rasanten Ausbreitung des Zika-Virus den globalen Gesundheitsnotstand erklärt. Derzeit grassiert das von Stechmücken übertragene Virus vor allem in Süd- und Mittelamerika. In Europa wurden bisher nur vereinzelt Infektionen bekannt. Das Virus ist für Ungeborene während der Schwangerschaft gefährlich.

Der Kampf gegen Zika müsse global koordiniert werden, forderte WHO-Direktorin Margaret Chan. Reise- oder Handelsbeschränkungen seien aber nicht notwendig. In der vergangenen Woche hatte Chan vor einer "explosionsartigen" Ausbreitung der Epidemie gewarnt. Ihre Organisation rechnet mit drei bis vier Millionen Fällen in diesem Jahr. Inzwischen wurde das Virus auch in Nordamerika, Europa und Indonesien nachgewiesen.

Das Zika-Virus führt bei etwa 20 Prozent der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen. Schwangere können das Virus aber auf ihre ungeborenen Kinder übertragen - bei ihnen steht es im Verdacht, Mikrozephalie auszulösen: Babys kommen dann mit einem viel zu kleinen Kopf auf die Welt, sind deshalb oftmals geistig behindert und leiden unter neurologischen Störungen. Allein in Brasilien wurden seit Oktober mehr als 3700 Neugeborene mit Verdacht auf Mikrozephalie registriert, etwa 50 von ihnen sind inzwischen gestorben.

Derzeit noch keine Therapie möglich
Überträger des Zika-Virus sind die Asiatische sowie die Ägyptische Tigermücke, die auch Dengue-Fieber übertragen kann. Derzeit gibt es keine Therapie, die Entwicklung eines Impfstoffs dürfte laut WHO mehr als ein Jahr dauern. Bisher warnt die Organisation aber noch nicht vor Reisen in die betroffenen Gebiete, sondern rät lediglich, sich vor Mückenstichen zu schützen.

Zuletzt hatte die WHO im August 2014 wegen Ebola in Westafrika einen globalen Notstand erklärt. Davor hatte die Organisation die Schweinegrippe (2009) sowie die Verbreitung der Kinderlähmung (2014) als globalen Gesundheitsnotstand bezeichnet. Bei dieser Notfallregelung werden auch Staaten außerhalb der Seuchengebiete aufgefordert, Maßnahmen einzuleiten, die eine Ausbreitung des Erregers oder seines Überträgers verhindern sollen.

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