Täter unbekannt

D: Handgranaten-Anschlag auf Flüchtlingsheim

Ausland
29.01.2016 14:40

Schon wieder ein Anschlag auf Flüchtlinge in Deutschland: In der Nacht auf Freitag haben Unbekannte eine scharfe Handgranate auf eine Asylunterkunft geworfen. Der Sicherheitssplint war gezogen, die Granate explodierte aber nicht. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Das Attentat ereignete sich in einer Erstaufnahmestelle in Vilingen-Schwenningen im Bundesland Baden-Württemberg. Um 1.15 Uhr landete die Granate der Polizei zufolge im Innenhof des Geländes. Der Splint zur Sicherung war Medienberichten zufolge gezogen, in der Hülle befand sich Sprengstoff. Ob auch ein Zünder enthalten war, ist unklar.

Nachdem Sicherheitskräfte die Granate entdeckt hatten, rückte die Polizei mit einem Entschärfungsteam an und sprengte sie. Die Ermittlungen dauern an. In der ehemaligen Kaserne sind "Spiegel Online" zufolge rund 170 Asylwerber untergebracht. Es ist der Polizei zufolge der erste Anschlag in der Stadt.

Deutschlandweit kommt es hingegen zu immer mehr Gewalttaten gegen Flüchtlingsunterkünfte: Im Vorjahr wurden laut Bundeskriminalamt 924 derartige Straftaten begangen, 2014 waren es noch 199 gewesen. Bei 825 der 924 Delikte wurden "rechtsmotivierte Täter" verdächtigt, so die Ermittler. Bei den meisten Delikten handelte es sich um Sachbeschädigung und Volksverhetzung, doch 163 waren Gewalttaten - sechsmal mehr als im Jahr zuvor. Im vergangenen Jahr wurden zudem 76 Brände in Asylheimen gelegt, dazu kamen elf versuchte Brandstiftungen - 2014 war lediglich sechsmal Feuer gelegt worden.

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