Di, 14. August 2018

Nationalpark-Streit

27.01.2016 10:49

Ein Toter bei Schusswechsel mit US-Bürgerwehr

Die Besetzung eines Naturparks im US-Bundesstaat Oregon durch eine Bürgerwehr hat eine blutige Wende genommen. Bei einem Schusswechsel mit der Exekutive wurden laut FBI am Dienstag ein Aktivist getötet und ein weiterer verletzt. Acht Besetzer, darunter der Anführer der Bürgerwehr, Ammon Bundy, seien festgenommen worden. Sein Bruder Ryan wurde bei der Schießerei leicht verletzt.

Bis zu 100 Mitglieder einer regierungsfeindlichen Bürgerwehr, Rancher und andere Aktivisten hielten das Verwaltungsgebäude des Wildschutzgebiets Malheur National Wildlife Reserve im Bezirk Harney seit drei Wochen besetzt. Als die Polizei am Dienstag einige der Besetzer habe festnehmen wollen, sei es zu dem Schusswechsel gekommen, teilte das FBI mit. Dabei sei ein Mann getötet worden. Seitens der Aktivisten wurde auf Facebook mitgeteilt, bei dem Getöteten handle es sich um LaVoy Finicum. Polizei und FBI hätten geschossen und ihn "kaltblütig ermordet".

Mehr als zwei Stunden nach dem Schusswechsel wurde ein weiterer Verdächtiger festgenommen, der sich selbst als unabhängiger Journalist vorstellte. Peter Santilli wurde nach Polizeiangaben "ohne Zwischenfälle" in Burns gefasst, einem Dorf in der Nähe des Parks. In Arizona stellte sich ein achter Aktivist den Behörden, der für anti-islamische Positionen bekannt sein soll.

Haftstrafe für Farmer als Auslöser des Protests
Die Bewaffneten hatten die Besetzung zunächst fortgesetzt, obwohl sich Anfang Jänner zwei Farmer der Justiz stellten, deren Haftstrafen die Aktion auslösten. Die Besetzer unter Führung des 40-jährigen Ranchers Bundy wollten mit ihrer Aktion den Landwirten Dwight and Steven Hammond beistehen und forderten deren Freilassung. Diese hatten sich allerdings von der Aktion distanziert, als sie sich der Justiz stellten.

Die Hammonds sollen laut Staatsanwaltschaft auf staatlichem Grund und Boden ein Feuer gelegt haben, um Wilderei zu vertuschen. Sie weisen die Vorwürfe zurück. Der 73-jährige Dwight Hammond saß wegen des Vorfalls bereits drei Monate in Haft, sein 46-jähriger Sohn ein Jahr. Ein Richter befand die Strafen aber kürzlich für zu gering und ordnete noch einmal jeweils rund vier Jahre Gefängnis an.

Jahrelanger Streit um Weiderechte
Daraufhin besetzten die teilweise schwer Bewaffneten, die sich selbst Citizens for Constitutional Freedom (Bürger für verfassungsrechtliche Freiheit) nennen, das Verwaltungsgebäude des Naturparks. Bundy wirft den Behörden vor, die Verurteilten zu schikanieren, weil diese ihre Farm nicht verkaufen wollten. Er ist der Sohn des Farmers Cliven Bundy, der im Jahr 2014 durch eine Auseinandersetzung mit den US-Bundesbehörden um Weiderechte größere Aufmerksamkeit erregte.

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