Fr, 20. Juli 2018

Gesündere Kinder

25.01.2016 15:26

Notkaiserschnitte besser für Babys als geplante

Dass ein Kaiserschnitt ein höheres gesundheitliches Risiko für Babys birgt, ist bereits mehrfach belegt. Weniger bekannt ist, was eine aktuelle Untersuchung zeigt: Babys werden durch Notkaiserschnitte weniger belastet als durch geplante Eingriffe.

Wie die Wissenschaftler um Studienleiterin Mairead Black darlegen, haben Babys nach geplanten Kaiserschnitten mehr gesundheitliche Probleme als solche, die vaginal geboren wurden oder per Notkaiserschnitt zur Welt kamen. So haben Wunschkaiserschnitt-Kinder zum Beispiel ein 35 Prozent höheres Risiko als die anderen beiden Gruppen, an Typ-1-Diabetes zu erkranken. Für die Studie wurde über 15 Jahre lang die Gesundheit von Erstgeborenen aus Schottland verfolgt, die rund um den errechneten Geburtstermin zur Welt kamen - Frühchen waren also ausgenommen, heißt es im "Journal of American Medical Associates".

Als Grund für die Unterschiede bei den Kaiserschnitt-Kindern vermuten Experten, dass auch beim Notkaiserschnitt der Geburtsvorgang bereits begonnen hat. Sowohl bei der Mutter als auch beim Baby werden daher verschiedene Vorgänge in Gang gesetzt, die zu körperlichen Veränderungen führen. So wird zum Beispiel vermehrt Adrenalin ausgeschüttet, was beim Kind die eigenständige Organfunktion unterstützt - etwa der Lunge.

Dennoch haben Babys, die durch einen geplanten oder einen Notkaiserschnitt zur Welt kamen, insgesamt ein erhöhtes Krankheitsrisiko. Sie leiden später häufiger an Asthma und Allergien als auf natürlichem Weg Geborene. Die Kaiserschnittraten sind in vielen entwickelten Ländern in den letzten zehn Jahren explosionsartig angestiegen - in Österreich kamen 2010 zum Beispiel 31,5% aller Babys auf diesem Weg zur Welt. Das heimische Hebammengremium geht allerdings davon aus, dass lediglich etwa zwölf Prozent aller Kaiserschnitte aus gesundheitlichen Gründen notwendig und sinnvoll waren.

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