20.01.2016 16:21 |

Erschreckende Bilanz

Asfinag macht in Tirol Jagd auf "rollende Bomben"

Seit gut einem halben Jahr ist die Asfinag auf Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen in Tirol und in vier weiteren Bundesländern für die technischen Unterwegskontrollen bei Lkw zuständig. Die Ergebnisse flößen Angst ein: Viele Brummis sind "rollende Bomben". Nur 13 (!) der 551 kontrollieren Lkw hatten keine Mängel.

Klappernde "Lkw-Rostlauben" wie früher sind zum Glück die große Ausnahme - dennoch sind die ersten Kontrollen der Asfinag, die Anfang Juli die Sicherheitschecks von der Bundesanstalt für Verkehr in Tirol, Vorarlberg, Kärnten, im Burgenland und in der Steiermark übernommen hat, wahrlich erschreckend.

Brummi-Fahrer starb bei Unfall auf A 12

Wie gefährlich Lkw-Unfälle sind, zeigte am Mittwoch Vormittag ein Auffahrunfall auf der Inntalautobahn bei Telfs. Ein 34-jähriger Ötztaler raste mit seinem Lkw-Zug aus derzeit noch unbekannter Ursache mit voller Wucht auf einen vor ihm - um einiges langsamer - fahrenden Lastwagen auf. Für den Lenker kam leider jede Hilfe zu spät, er erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.

Nur 13 Lkw von 551 ohne Mängel

Lockere Bremsscheiben, gebrochene Bremsen oder zu wenig Luft in den Reifen - die Mängelliste in manchen Fällen ist lang. "161 der 551 kontrollierten Lkw wiesen schwere Mängel auf. Bei 145 Fahrzeugen war sogar Gefahr in Verzug", weiß Asfinag-Abteilungsleiter Walter Riepler. Bei weiteren 232 Lkw wurden zumindest leichte Mängel festgestellt. Nur 13 Laster (2,36 Prozent) hatten keine Mängel. "Keinesfalls darf aber der Rückschluss gezogen werden, dass 97,6 Prozent der Lkw in Tirol mängelbehaftet sind. Schließlich führen wir eine optische Vorbegutachtung durch", erklärt Riepler.

Sanktionen durch Polizei

Und wie läuft eine Prüfung ab? "Drei Asfinag-Mitarbeiter, ein Prüfleiter und zwei Helfer kontrollieren auf mobilen Prüfzügen die Lkw. Ohne Polizei geht aber gar nichts. Beamten leiten den Verkehr aus und sind für mögliche Amtshandlungen wie Strafen oder sofortiges Abstellen verantwortlich."

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