30.06.2006 14:04 |

SPÖ vs. ÖGB

Gusenbauer provoziert mit Offenem Brief

Der Konflikt zwischen SPÖ-Chef Gusenbauer und sozialdemokratischen Spitzengewerkschaftern dauert an. Gusenbauer sorgte am Freitag mit einem Offenen Brief in zahlreichen Tageszeitungen für eine neuerliche Brüskierung der FSG, indem er den Rauswurf der Gewerkschafts-Spitze aus dem SPÖ-Nationalratsklub verteidigte. Es sei „höchste Zeit für unmissverständliche Konsequenzen“, heißt es in dem Schreiben.

Seitens der ÖGB-Spitze reagierte man vorerst verhalten kritisch oder überhaupt nicht. ÖGB-Präsident Hundstorfer sagte: „Ich will dazu nix sagen“. Auch der Chef der Privatangestellten-Gewerkschaft und einziger Spitzengewerkschafter im SPÖ-Klub, Katzian, lehnte eine Stellungnahme ab, um die Situation „nicht weiter eskalieren zu lassen“, hieß es. FSG-Chef und Vorsitzender der Chemiearbeiter- Gewerkschaft Wilhelm Beck war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Offener Brief sei „unnötig“
Lediglich Post-Gewerkschaftschef Gerhard Fritz meinte, der Brief Gusenbauers sei „unnötig“ und habe für ihn „absolut keine Relevanz“. Der Chef der Drucker-Gewerkschaft, Franz Bittner, hofft unterdessen auf einen „Schlusspunkt“ der Auseinandersetzung.

Zeit der Spitzenfunktionäre ist vorbei
Gusenbauer wies in dem Offenen Brief darauf hin, dass die SPÖ „keinerlei Schuld“ am BAWAG-Skandal und der ÖGB-Krise treffe. Außerdem heißt es, dass die „Zeit der Spitzenfunktiäre mit Multifunktionen“ vorbei sei. „Die Spitzen von ÖGB und Fachgewerkschaften werden künftig nicht mehr für die SPÖ im Nationalrat vertreten sein“. Die SPÖ werde mit „aktiven Betriebsräten und engagierten Gewerkschaftern“ die Interessen der arbeitenden Menschen vertreten.

Sonntag, 13. Juni 2021
Wetter Symbol