Der Japaner Takeru Kobayashi erwies sich erneut als unschlagbar und gewann zum sechsten Mal in Folge. Er vertilgte 53 3/4 Hot Dogs in zwölf Minuten und brach damit seinen bisherigen Rekord. Allerdings musste er diesmal hart um den senfgelben Champion-Gürtel kämpfen: Der Kalifornier Joe Chestnut ging anfangs in Führung und unterlag schließlich nur knapp mit 52 Hotdogs.
„Ich esse nur beruflich“
Der 27-jährige Kobayashi ist in Amerika ein Held, der von Fans belagert wird und Autogramme geben muss. Seine Beinamen sind „Der Tsunami“ und „Der Magen der Welt“. Dabei ist er noch nicht einmal dick; stolz zeigt er Waschbrettbauch und Bizeps vor. „Ich esse nur beruflich“, sagt er - was wohl heißen soll: Große Mengen verschlingt er nur bei Wettkämpfen.
Lange Tradition - ausgefeilte Technik
Die Weltmeisterschaften im Hotdog-Essen werden seit 1916 jedes Jahr am amerikanischen Unabhängigkeitstag im New Yorker Strandbad Coney Island ausgetragen. Kobayashi hat die Technik entwickelt, die Wurstbrötchen in zwei Hälften zu reißen, möglichst platt zu drücken, in Wasser zu tunken, dann auf einmal in den Mund zu stopfen und dank seiner wohltrainierten Kehlmuskulatur ohne zu kauen hinunterzuschlucken. Damit es besser rutscht, führt er dabei das in Fachkreisen bewunderte „Kobayashi-Wackeln“ aus.
Jahrelanges Training macht den besten Wettesser
Ed „Cookie“ Jarvis (17 Pizzastücke in drei Minuten) ist einer der wenigen Dicken unter den Gladiatoren der Tafelrunde. „Ich bin vor allem mental stark“, sagt er. Dass es Leute gibt, die Wettessen nicht als Sport gelten lassen, kann er kaum glauben: „Was ist anstrengender - Angeln oder Wettessen?“ Allein die Hand-Mund-Koordinierung erfordere jahrelanges Training, sagt Sonya Thomas alias „Die schwarze Witwe“ (65 hart gekochte Eier in sechs Minuten).
Wettessen ist eher etwas Amerikanisches
Der Schwede Robert Andersson (32) hält Wettessen sogar für den härtesten Sport überhaupt: „Es gibt sechs Milliarden Esser auf der Welt - alles potenzielle Mitbewerber.“ Die USA als Wiege der modernen Konsumgesellschaft sind führend im Schnellessen. Wenn sich ein Texaner im Rekordtempo 20 Hamburger einverleibt, ist dies zumindest in den Augen der selbst erklärten „Profi-Esser“ auch ein Symbol für die Dynamik der amerikanischen Volkswirtschaft. Auch in Japan hat das Turnier-Tafeln eine lange Tradition. Europa dagegen sei ignorant, beklagt Andersson, einer der wenigen europäischen Wettkampfteilnehmer: „Wir sind die Underdogs im Hotdog-Essen.“
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