"Große Katastrophe"

Walfang- Befürworter gewinnen Abstimmung

Ausland
19.06.2006 07:33
Japan und andere Walfang-Befürworter haben am Sonntag zum ersten Mal seit rund 20 Jahren eine Abstimmung in der Internationalen Walfangkommission gewonnen. Zwar wird das 1986 verhängte Verbot des kommerziellen Walfangs damit nicht gekippt, die Mehrheit der Länder sprach sich jedoch für eine Erklärung aus, in der das Verbot massiv kritisiert wird.

Mit 33 zu 32 Stimmen nahm die Mehrheit der beteiligten Länder die Erklärung an, in der es unter anderem heißt, Wale seien verantwortlich für die Dezimierung der Fischbestände und Umweltschutzorganisationen eine Bedrohung. Die Erklärung ist zwar nicht bindend, steigert jedoch Japans Hoffnung, das Verbot kippen zu können.

"Das ist ein historischer Moment, zum ersten Mal in mehr als zwei Jahrzehnten äußert die Walfangkommission Unterstützung für den kommerziellen Walfang", erklärte die norwegische Pro-Walfang-Lobby. Umweltschützer zeigten sich hingegen entsetzt. "Das ist eine große Katastrophe", meinte die Human Society International. "Das wird nun ihre Propaganda sein." Die Tier- und Umweltschutzorganisation WWF zeigte sich ebenfalls besorgt über das Abstimmungsergebnis. Es zeige, dass Japan mit seiner Suche nach Unterstützung Erfolg habe, auch wenn sich faktisch zunächst nichts ändere.

Japan hält sich wie Island offiziell an das Walfangverbot, nutzt jedoch die Möglichkeit zum Fang zu wissenschaftlichen Zwecken. Norwegen ist das einzige der drei Walfangbetreibenden IWC-Mitglieder, das das Verbot ignoriert. Um das Verbot vollständig zu kippen, müssten sich drei Viertel der 70 Mitgliedernationen für eine Aufhebung aussprechen

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
19.06.2006 07:33
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung