18.06.2006 17:34 |

16 Tote

Explosion in chinesischer Sprengstofffabrik

Bei dem dritten größeren Industrieunglück in China innerhalb einer Woche sind mindestens 16 Menschen durch eine Explosion in einer Sprengstofffabrik getötet worden. 24 Menschen wurden verletzt, davon drei schwer, wie die Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag berichtete. Die zweistöckige Anlage des Chemieunternehmens Dun'an im Kreis Dangtu in der Provinz Anhui wurde völlig zerstört.

In der Fabrik wurde Sprengstoff für den Bergbau und andere zivile Zwecke hergestellt. Es herrschte Verwirrung, wie viele Arbeiter zum Zeitpunkt der Explosion am Freitagnachmittag in dem zweistöckigen Gebäude waren. Die Rettungsarbeiten wurden durch die Gefahr weiterer Explosionen erschwert. Das Unglück reiht sich in die jüngste Serie von Chemieunfällen in China ein.

Trinkwasserreserven bedroht
Nach einem Lastwagenunglück durch Überladung am Montag in der Provinz Shanxi, bei dem tonnenweise Steinkohleteer in den Dasha-Fluss gekippt war, droht eine massive Verschmutzung des Wangkuai Reservoirs in Fuping in der Nachbarprovinz Hebei. Das Reservoir versorgt zehn Millionen Menschen mit Trinkwasser und dient als Notreservoir für die Olympischen Spiele 2008 in Peking, wie Xinhua berichtete.

Einsatzmannschaften bauten rund 50 Dämme entlang des Flusses, um verschmutztes Wasser abzufangen. Vor dem Reservoir wurde in Fuping ein 370 Meter langer, 5 Meter hoher und 20 Meter breiter Damm fertig gestellt. 53 Tankwagen hätten bereits 1.700 Tonnen verschmutztes Wasser abgepumpt. Rund 100.000 Menschen und 100 Bagger sollen laut Xinhua für die Säuberungsaktion mobilisiert worden sein. Der Schmutzfilm sei noch 52 Kilometer vom Reservoir entfernt.

Weitere Explosion in Chemiefabrik
Erst am Donnerstag hatten Explosionen eine Chemiefabrik in Longquan in Ostchina zerstört. Einsatzkräfte bemühten sich, eine Verschmutzung des Oujiang Flusses zu verhindern, der allerdings nicht zur Trinkwasserversorgung der flussabwärts gelegenen Millionenstädte Wenzhou und Lishui benutzt wird.