Fr, 17. August 2018

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13.11.2015 12:17

"CoD: Black Ops 3": Blei-Gewitter in der Zukunft

Rund ein Jahr nach "Advanced Warfare" entführt Activision Shooter-Fans im neuesten Ableger seiner "Call of Duty"-Reihe abermals in die Zukunft. In "Black Ops 3" schlüpft der Spieler in die Haut einer kybernetisch aufgemotzten Kampfmaschine von einem Soldaten, läuft im Jahr 2065 an Wänden entlang und hüpft mit Jetpack-Unterstützung durch die die Levels. Nebenbei werden Zombies dezimiert und in Mehrspieler-Partien Headshots verteilt. Ob das Gesamtpaket überzeugt, hat krone.at getestet.

Die Handlung von "Call of Duty: Black Ops 3" entführt den Spieler ins Jahr 2065. Der technologische Fortschritt hat Kampfroboter und Supersoldaten hervorgebracht, die Welt aber auch tief gespalten. Verschiedene Fraktionen mit unterschiedlichen Zielen kämpfen um die Vorherrschaft. Inmitten dieser verworrenen Situation betritt der Spieler die Kampagne als Mitglied der namensgebenden "Black Ops"-Spezialeinheit, zunächst noch ohne nennenswerte technologische Modifikationen.

Tiefgründige und wendungsreiche Kampagne
Es kommt, wie es kommen muss: Etwas geht fürchterlich schief, der namenlose und wahlweise männliche oder weibliche Protagonist verliert beinahe sein Leben - und wird im "Robocop"-Stil zur Kampfmaschine aufgemotzt, um sein Leben zu retten. Doch das neue Dasein als kybernetischer Superkrieger bringt nicht nur Vorteile wie hackende Handprothesen oder einen sich mit allem verbindenden Hirnchip mit sich, sondern auch Probleme.

Wohin führt die Reise, wenn Mensch und Maschine verschmelzen? Wer hat die Kontrolle: Mensch oder Maschine? Solche tiefgründigen Fragen stellt die gut zehnstündige Kampagne von "Black Ops 3". Und das durchaus stilvoll, mit weniger US-Patriotismus als in früheren Teilen und unterwarteten Wendungen. Über die nicht immer lineare und bisweilen verwirrende Erzählweise kann man zwar streiten, grundsätzlich halten wir die Kampagne von "Black Ops 3" aber für eine der besseren Geschichten in der bisherigen Seriengeschichte.

Viele neue Möglichkeiten durch den Hirnchip
Spielerisch bringt das Zukunftsszenario einige Neuerungen mit. Neben den bereits aus "Advanced Warfare" bekannten Jetpack-Sprüngen und Hightech-Panzerungen gibt es nun Wandläufe à la "Titanfall" und durch den Hirnchip im Protagonisten auch ziemlich coole Cyber-Fähigkeiten.

Wer mag, kann feindliche Roboter - sie sind auf den Schlachtfeldern des Jahres 2065 ebenso vertreten wie hochgerüstete Soldaten - hacken und sie gegen ihre eigenen Leute einsetzen. Alternativ lassen sich Schwärme von alles zersetzenden Nanorobotern rufen, die mit konventionellen Soldaten kurzen Prozess machen. Und dank Hirnchip kann man auch vorübergehend übermenschliche Kräfte und enormes Tempo erreichen.

Klassisches Gameplay mit neuen Features
Im Kern ist "Call of Duty" zwar immer noch ein Ballerspiel, in dem man dem Feind mit allerlei anpassbaren Maschinenpistolen, Sturmgewehren, Schrotflinten, MGs oder Scharfschützengewehren zu Leibe rückt, die Cyber-Fähigkeiten - es gibt beispielsweise auch ins Auge integrierte Nachtsicht oder eine Taktik-Ansicht, die Gegner hinter Wänden markiert - verleihen dem Spiel aber eine coole zusätzliche Facette.

Ebenfalls erfreulich: Die Levels in "Black Ops 3" sind offener und weitläufiger als die Schlauch-Levels in manchen Vorgängern. Nicht so offen, dass man sich darin verlaufen würde, aber offen genug, um auch mal die eine oder andere alternative Route auszuprobieren. Kleines Manko: Hie und da stößt man bei solchen Versuchen an die unsichtbaren Grenzen der Levels.

Für Abwechslung ist nicht nur optisch - den Spieler verschlägt es im Spielverlauf nach Singapur, Ägypten und in die Schweiz - gesorgt, sondern durch eine breite Palette von Feinden auch spielerisch. Normale Soldaten teilen sich das Schlachtfeld mit Drohnen, Robotern und ganze MG-Magazine schluckenden "Kriegsherrn". Zwischendrin sorgen Fahrzeugsequenzen, sich in ihre Bestandteile auflösende Levels und Boss-Kämpfe für Abwechslung. Alles in allem gilt: "Black Ops 3" bietet sauber gemachte Shooter-Action in einem interessanten Setting und packendes Gameplay.

Cooler Film-Noir-Zombie-Modus
Und hat man sich an der Kampagne satt gespielt, gibt's mit dem Zombie-Modus im unverbrauchten Film-Noir-Stil noch eine nette Kampagnen-Dreingabe, die sich - ebenso wie die eigentliche Kampagne - vortrefflich für kooperativen Mehrspielerspaß eignet.

Dabei ist es den Entwicklern gelungen, jedem spielbaren Charakter mit einer eigenen Hintergrundgeschichte und realen Schauspielern als Vorlage Leben einzuhauchen und eine coole und stimmige Spielwelt zu kreieren.

Hübsche Grafik, stimmige Soundkulisse
Optisch haben wir an "Black Ops 3" nichts auszusetzen. Die Levels wurden abwechslungsreich und detailliert gestaltet, Charaktermodelle und Gesichter wirken lebensecht. Die anpassbaren Waffen mit ihren hoch detaillierten Modellen fallen optisch ebenso positiv auf wie die Explosions- und Lichteffekte. Die Texturen sind in der getesteten PS4-Version angenehm scharf. Am PC sollte das neue "Call of Duty" allerdings mit Vorsicht genossen werden: Hier soll es ziemliche Leistungsprobleme geben.

Am Sound gibt es nur wenig zu bekritteln. Ein stimmiger Soundtrack und gut getroffene Waffen- und Explosionsgeräusche sind vorhanden, bei der Wahl der deutschen Sprecher hat Activision ein glückliches Händchen bewiesen, auch wenn das Gesprochene nicht immer zu den Lippenbewegungen der Protagonisten passt.

Viele Mehrspielermodi, kompakte Maps
Im Mehrspielermodus wird bei "Black Ops 3" geklotzt statt gekleckert. Zusätzlich zur (sogar im Splitscreen!) kooperativ spielbaren Kampagne und dem ebenfalls sehr gut für Co-Op-Spaß geeigneten Zombie-Modus gibt es zehn verschiedene Mehrspielermodi mit Klassikern wie Deathmatch und Capture the Flag bis hin zu ausgefalleneren Varianten wie Uplink und Safeguard.

Gerade in klassischen Modi wie Capture the Flag erfreut das neue "Call of Duty" mit flottem und dynamischem Gameplay auf kompakten und gut gemachten Maps. Die neuen Features wie der Wandlauf verleihen den Gefechten dabei ebenso Dynamik wie die neuen Spezialklassen, aus denen Multiplayer-Gamer wählen dürfen. Sie verfügen über ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen und können, klug genutzt, in Gefechten das Zünglein an der Waage sein.

Fazit: "Black Ops 3" ist aus unserer Sicht das beste "Call of Duty" seit Jahren. Es setzt mit seiner spannenden und umfassenden Kampagne, dem kurzweiligen Zombie-Modus im Film-Noir-Stil und jeder Menge Multiplayer-Kost beim Umfang neue Maßstäbe und gibt sich auch optisch und spielerisch keine Blöße. Die teils etwas verwirrende Erzählweise und die eine oder andere Kleinigkeit trüben den sehr guten Gesamteindruck da nur unwesentlich.

Plattform: PC, PS4 (getestet), Xbox One
Publisher: Activision
krone.at-Wertung: 9/10

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